Ein guter Mensch: Yvette mit schwarzer Katze, Pferd, Ziege und Lamas im warmen Abendlicht. Das goldene Logo des Drachenzentrums Ullrich ergänzt das Bild.

Ein guter Mensch 

Was bedeutet es für dich, ein guter Mensch zu sein?

Ein guter Mensch , Wahrheit und Menschlichkeit



Ein guter Mensch zu sein, klingt zunächst nach einer ausgesprochen angenehmen Angelegenheit. Man ist freundlich, hilfsbereit, lächelt gelegentlich verständnisvoll und sagt möglichst nichts, was beim Gegenüber unangenehme Gefühle auslösen könnte. Im Idealfall bekommt man dafür ein anerkennendes Nicken, ein paar warme Worte und vielleicht sogar einen virtuellen Heiligenschein. Den gibt es heutzutage vermutlich mit fünf Sternen und einer freundlichen Bewertung.

Dummerweise habe ich offenbar mein Leben lang die Gebrauchsanweisung falsch verstanden.

Für mich bedeutete Menschlichkeit nie, möglichst bequem für andere zu sein. Sie bedeutete, Wahrheit zu erkennen, auszusprechen und vor allem zu leben. Auch dann, wenn niemand sie hören wollte. Besonders dann, wenn alle anderen gerade ausgesprochen beschäftigt damit waren, in eine andere Richtung zu schauen.

Man könnte sagen, ich habe eine gewisse Begabung dafür entwickelt, den schwarzen Punkt auf einer ansonsten blendend weißen Weste zu entdecken. Nicht, weil ich verzweifelt nach schwarzen Punkten suche. Sondern weil sie nun einmal da sind. Und weil sie durch kollektives Wegschauen nicht verschwinden.

Das macht einen allerdings nicht unbedingt zur beliebtesten Person auf der nächsten Gartenparty.

Wer möchte schon beim gemütlichen Kaffeetrinken darauf hingewiesen werden, dass der Elefant im Wohnzimmer inzwischen die tragende Wand beschädigt hat? Viel angenehmer ist es doch, über das Wetter zu sprechen und dem Elefanten ein hübsches Deckchen umzuhängen.

Nur wird die Wand davon nicht wieder heil.

Mein Leben lang habe ich mich gegen Lügen, Verdrängung und Ungerechtigkeit gestellt. Ich habe Menschen geholfen, die sich selbst nicht helfen konnten. Ich habe Tiere unterstützt und geschützt, die keine Möglichkeit hatten, ihre Interessen mit wohlformulierten Beschwerden vorzubringen.

Dabei habe ich nicht jedes Mal vorher gefragt, ob mein Handeln gerade gesellschaftlich erwünscht ist oder ob es meiner persönlichen Beliebtheit zuträglich sein könnte.

Ich hielt es schlicht für selbstverständlich.

Und irgendwann stellte ich fest, dass man dafür nicht unbedingt Dankbarkeit erntet. Manchmal bekommt man stattdessen einen ziemlich beeindruckenden Platz auf der Liste der unbequemen Menschen.

Immerhin: Auch das ist eine Form von Anerkennung. Wenn auch eine, auf die man gern verzichten könnte.

Guter Mensch oder unbequem?

Vielleicht liegt genau hier das eigentliche Missverständnis. Wir verwechseln einen guten Menschen erstaunlich häufig mit einem angenehmen Menschen.

Angenehm ist, wer bestätigt, was wir ohnehin glauben. Wer uns beruhigt, wenn wir zweifeln. Wer freundlich nickt, während wir unsere Lieblingsgeschichten über uns selbst erzählen.

Unbequem wird es, wenn jemand genauer hinsieht.

Wenn jemand die Wunde erkennt, die sorgfältig unter einem hübschen Verband verborgen wurde. Wenn jemand fragt, warum ein Tier leiden muss, während alle Beteiligten erklären, dass doch alles seine Ordnung habe. Wenn jemand einem Menschen beisteht, obwohl es viel einfacher wäre, sich herauszuhalten.

Dann bekommt das Wort Menschlichkeit plötzlich eine ganz andere Bedeutung.

Denn Mitgefühl ist für mich keine dekorative Eigenschaft, die man sich bei passenden Gelegenheiten ans Revers heftet. Es ist etwas, das sich im Handeln zeigt. Gerade dort, wo es schwierig wird.

Natürlich bedeutet das nicht, dass ich immer recht habe. Ich bin weder allwissend noch mit einem amtlich beglaubigten Wahrheitsstempel ausgestattet. Auch ich lerne, hinterfrage, verändere meine Sichtweise und entdecke Zusammenhänge, die mir zuvor verborgen geblieben sind.

Aber ich bin nicht bereit, etwas, das ich als Unrecht erkenne, allein deshalb schönzureden, weil die Wahrheit anderen unbequem ist.

Und ich halte es für einen bemerkenswerten gesellschaftlichen Kunstgriff, wenn ausgerechnet derjenige zum Problem erklärt wird, der auf ein Problem aufmerksam macht.

Das ist ungefähr so, als würde man den Rauchmelder beschimpfen, weil er den gemütlichen Abend ruiniert, während die Küche bereits brennt.

Vielleicht sollten wir gelegentlich weniger darüber nachdenken, wer uns sympathisch erscheint, und etwas genauer hinschauen, wer tatsächlich Verantwortung übernimmt.

Denn auch ein freundliches Lächeln kann eine Lüge begleiten. Und eine unbequeme Wahrheit kann aus tiefem Mitgefühl ausgesprochen werden.

Ich habe im Laufe meines Lebens erfahren, wie schnell Hilfe, Engagement und konsequentes Eintreten für andere umgedeutet werden können. Wie aus Fürsorge plötzlich Einmischung wird, aus Beharrlichkeit Sturheit und aus dem Wunsch nach Gerechtigkeit eine angeblich schwierige Persönlichkeit.

Das hat mich manches gekostet. Es hat mich aber auch gelehrt, dass meine Werte nicht davon abhängen dürfen, wie andere sie gerade bewerten.

Im Drachenzentrum Ullrich gehört genau diese Haltung zu meiner Arbeit. Menschen und Tiere sind für mich keine hübschen Kulissen für wohlklingende Worte. Sie sind eigenständige Wesen mit Bedürfnissen, Würde, Erfahrungen und einer eigenen Geschichte.

Wer ihnen wirklich begegnen möchte, muss manchmal bereit sein, genauer hinzusehen, als es bequem ist.

Vielleicht ist ein guter Mensch also gar nicht derjenige, der überall beliebt ist. Vielleicht ist es jemand, der auch dann zu seinen Werten steht, wenn dafür kein Applaus zu erwarten ist.

Jemand, der helfen kann, ohne sich dafür feiern zu lassen. Der Fragen stellt, obwohl die Antworten unbequem sein könnten. Der sich selbst ebenso hinterfragt wie die Welt um sich herum.

Und der seinen Humor möglichst nicht verliert, wenn ihm wieder einmal erklärt wird, dass seine Wahrheitsliebe ausgesprochen störend sei.

Was mich betrifft, werde ich vermutlich auch weiterhin den schwarzen Punkt auf der weißen Weste entdecken.

Vielleicht lerne ich irgendwann sogar, ihn mit einem besonders charmanten Lächeln anzusprechen.

Aber so zu tun, als wäre er nicht da?

Nein, das wäre dann wirklich nicht mehr ich.

Und vielleicht beginnt genau dort, wo wir aufhören, Menschlichkeit mit Gefälligkeit zu verwechseln, die eigentliche Frage: Was bedeutet es, ein guter Mensch zu sein?

Wer sich selbst, seinen Werten und den eigenen Lebensmustern aufrichtig begegnen möchte, findet in der Lebensberatung des Drachenzentrums Ullrich Raum für genau diese Auseinandersetzung. Nicht für vorgefertigte Wahrheiten, sondern für die eigene Erkenntnis und bewusste Veränderung.

Lebensberatung im Drachenzentrum Ullrich – Termine können direkt angefragt und gebucht werden.

Ein guter Mensch: Yvette mit schwarzer Katze, Pferd, Ziege und Lamas im warmen Abendlicht. Das goldene Logo des Drachenzentrums Ullrich ergänzt das Bild.
Ein guter Mensch muss nicht jedem gefallen. Manchmal bedeutet Menschlichkeit, die Wahrheit auszusprechen, auch wenn sie unbequem ist.

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