Yvette Hahmann-Ullrich sitzt mit einer schwarzen Katze an einem Holztisch und schreibt in ein geöffnetes Buch. Auf der Wiese hinter ihr stehen kleine Welshponys, darüber ist das goldene Logo des Drachenzentrum Ullrich zu sehen.

gut schreiben

Wie schreibst du so, dass Leute es wirklich lesen wollen?

Gut schreiben bedeutet für mich heute zunächst einmal, eine ziemlich unbequeme Frage auszuhalten: Schreibe ich eigentlich so, dass andere Menschen meine Texte wirklich lesen wollen? Wenn ich mir die Zahlen meines Blogs anschaue, könnte ich manchmal zu dem Ergebnis kommen, dass da durchaus noch Luft nach oben ist. Manche Beiträge erreichen bei der Bewertung einen richtig guten Wert, andere rutschen wieder deutlich darunter. Und natürlich sehe ich auch an den Aufrufen, dass nicht jeder Text plötzlich von unzähligen Menschen gelesen wird. Trotzdem möchte ich daraus nicht automatisch schließen, dass ich nicht schreiben kann.

Denn Schreiben ist für mich etwas anderes als das perfekte Erfüllen eines technischen Schemas.

Ich schreibe über mein Leben, meine Arbeit, meine Wahrnehmungen und über Dinge, die mich tatsächlich beschäftigen. Dabei entstehen Texte nicht deshalb, weil irgendein Redaktionsplan beschlossen hat, dass heute dieses oder jenes Thema besonders gut funktionieren müsste. Viele meiner Beiträge beginnen mit einer Frage, einem Erlebnis oder einem Gedanken, der an diesem Tag ohnehin da ist. Genau deshalb gehören diese Texte zu mir.

Trotzdem ist es natürlich ein Unterschied, ob ich etwas einfach nur aufschreibe oder ob ich einen Menschen mit meinem Text wirklich erreiche.

Vielleicht beginnt gut schreiben genau an dieser Stelle. Nicht indem ich mich verbiege, sondern indem ich eine Tür öffne.

Ein Leser war nämlich nicht dabei, als mein Gedanke entstanden ist. Er kennt nicht automatisch die Vorgeschichte. Er weiß nicht, welche Gespräche vorausgegangen sind, welche Bilder ich gesehen habe, welche Entscheidungen gerade gefallen sind oder warum ein bestimmter Satz für mich eine große Bedeutung hat. Für mich kann ein Gedanke vollkommen logisch sein, während ein anderer Mensch erst einmal einen Zugang dazu braucht.

Das bedeutet nicht, dass ich jedes Erlebnis endlos erklären muss. Es bedeutet eher, den Moment zu finden, an dem jemand in meinen Gedanken einsteigen kann.

Gut schreiben heißt öffnen

Vielleicht ist genau das die eigentliche Antwort auf die heutige Frage.

Ich möchte meine Texte nicht so schreiben, dass möglichst viele Menschen möglichst lange irgendwie beschäftigt werden. Ich möchte auch nicht anfangen, jedem vermeintlichen Erfolgsrezept hinterherzulaufen. Wenn ich dabei meine eigene Sprache verliere, habe ich zwar vielleicht einen technisch perfekten Text, aber keinen Text mehr, der wirklich von mir stammt.

Und genau das wäre für meinen Blog ziemlich sinnlos.

Mein Blog erzählt schließlich nicht irgendeine austauschbare Geschichte. Dort entsteht Stück für Stück auch ein Bild davon, wie ich lebe, wie ich denke und was im Drachenzentrum Ullrich entsteht. Menschen begegnen dort meiner Arbeit, meinen Tieren, meinen Projekten, meinen Erfahrungen und manchmal auch Fragen, auf die ich selbst noch keine fertige Antwort habe.

Vielleicht muss ein guter Text deshalb nicht immer eine fertige Antwort liefern.

Manchmal reicht es, eine Frage so zu stellen, dass jemand plötzlich selbst darüber nachdenkt.

Das ist wahrscheinlich auch der Punkt, an dem reine Zahlen nur einen Teil der Wahrheit zeigen. Ein Text kann hundertfach angeklickt und zehn Sekunden später wieder vergessen werden. Ein anderer wird vielleicht nur von wenigen Menschen gelesen, bleibt dafür aber bei einem davon hängen. Vielleicht erinnert sich dieser Mensch später daran. Vielleicht liest er einen zweiten Beitrag. Vielleicht schaut er sich meine Arbeit genauer an. Vielleicht entsteht daraus irgendwann eine Buchung.

Natürlich möchte ich trotzdem, dass mehr Menschen meine Texte finden.

Ich schreibe schließlich nicht öffentlich, damit meine Gedanken irgendwo still auf einer Internetseite liegen. Wenn ich veröffentliche, darf der Text auch gelesen werden. Und da kann ich durchaus genauer hinschauen. Wo beginne ich zu weit hinten in meiner eigenen Geschichte? Wo setze ich Wissen voraus? Wo braucht es einen Satz, der neugierig macht? Wo verliere ich mich vielleicht in einer Erklärung, obwohl das eigentlich Spannende längst da ist?

Das empfinde ich nicht als Anpassung.

Es ist eher eine Übersetzung.

Ich weiß, was ich sagen möchte. Jetzt darf ich lernen, es so zu schreiben, dass jemand von außen den Eingang findet.

Vielleicht verändert sich dadurch auch meine Sicht auf die Zahlen. Sie sind dann nicht mehr das Urteil darüber, ob ich schreiben kann oder nicht. Sie werden zu Hinweisen. Manche Beiträge funktionieren besser. Manche Themen ziehen Menschen stärker hinein. Manche Einstiege machen neugierig. Andere eben weniger.

Das darf ich beobachten, ohne daraus sofort eine Bewertung meiner eigenen Stimme zu machen.

Denn meine Stimme möchte ich behalten.

Ich möchte auch weiterhin Texte schreiben, in denen ungewöhnliche Gedanken vorkommen dürfen. Ich möchte Erlebnisse nicht glattbügeln, nur damit sie leichter in irgendein bekanntes Schema passen. Ich möchte Fragen stellen, die vielleicht nicht jeder stellt. Und ich möchte über die Dinge schreiben, die in meinem Leben tatsächlich eine Rolle spielen.

Aber ich kann gleichzeitig dafür sorgen, dass der Leser nicht draußen vor der Tür stehen bleibt.

Vielleicht bedeutet gut schreiben deshalb für mich heute etwas anderes als früher. Nicht schöner schreiben. Nicht angepasster schreiben. Nicht möglichst kompliziert und auch nicht künstlich einfach.

Sondern näher.

Näher an dem, was ich wirklich sagen möchte, und gleichzeitig näher an dem Menschen, der den Text zum ersten Mal liest.

Wenn mir das gelingt, werden vielleicht irgendwann auch die Zahlen zeigen, dass sich etwas verändert hat. Doch wichtiger ist mir eigentlich etwas anderes: dass meine Texte nicht nur veröffentlicht werden, sondern ankommen.

Und vielleicht ist genau das die Form von Schreiben, die ich gerade lerne.

Yvette Hahmann-Ullrich sitzt mit einer schwarzen Katze an einem Holztisch und schreibt in ein geöffnetes Buch. Im Hintergrund laufen mehrere kleine Welshponys über eine grüne Wiese, darüber steht das goldene Logo des Drachenzentrum Ullrich.
Schreiben aus dem eigenen Erleben – mit Tieren, Gedanken und dem Drachenzentrum Ullrich im Hintergrund.

https://www.youtube.com/@drachenzentrum-ullrich

Frau auf einem weißen Araberhengst neben einem schwarzen Araberhengst auf einer sonnigen Wiese; über ihnen formen Wolken den Schriftzug „JETZT LEBEN“, unten rechts steht das goldene Logo des Drachenzentrum Ullrich.

Spontanität

Was war die spontanste Entscheidung, die du je getroffen hast?

Spontanität ist für mich heute eine ganz andere Frage, als sie auf den ersten Blick erscheint. Wenn ich gefragt werde, was meine spontanste Entscheidung gewesen ist, könnte ich anfangen, in meiner Vergangenheit nach irgendeinem spektakulären Moment zu suchen. Nach einer Reise, einer Begegnung, einer Entscheidung, die ich innerhalb weniger Minuten getroffen habe. Aber je länger ich darüber nachdenke, desto deutlicher wird mir, dass die eigentliche Antwort für mich heute ganz woanders liegt.

Mir wurde in meinem Leben immer wieder vorgeworfen, ich sei nicht spontan. Mit mir könne man dieses nicht machen, jenes nicht tun, ich würde Dinge zu kompliziert sehen oder nicht einfach genug loslassen. Irgendwann habe ich angefangen, diese Aussagen nicht mehr einfach zu übernehmen. Ich habe mir angeschaut, wie ich tatsächlich entscheide, wie schnell ich Entscheidungen treffen kann und was in meinem Leben wirklich möglich ist.

Und dabei habe ich etwas Bemerkenswertes festgestellt.

Ich bin sehr wohl spontan.

Ich kann sehr schnell erfassen, ob etwas für mich stimmt. Ich kann eine Entscheidung treffen und dazu stehen. Ich kann Dinge verändern, Wege wechseln, Möglichkeiten ergreifen und mich auf etwas Neues einlassen. Natürlich lebe ich dabei nicht in einem luftleeren Raum. Ich habe Verantwortung. Ich lebe mit vielen Tieren, und deshalb kann ich nicht so tun, als gäbe es diese Verantwortung nicht. Pferde, Ziegen, Hunde und andere Tiere müssen versorgt werden. Das bedeutet aber nicht, dass ich nicht spontan bin. Es bedeutet lediglich, dass meine Spontanität mit Verantwortung verbunden ist.

Als ich genauer hinsah, wurde mir etwas anderes deutlich. Vieles von dem, was angeblich mit mir nicht möglich gewesen sein soll, war mit meinem damaligen Umfeld nicht möglich.

Dort gab es plötzlich tausend Gründe, warum etwas nicht ging. Da musste dieses bedacht werden und jenes berücksichtigt werden. Dort durfte etwas nicht sein, hier war etwas zu ungewöhnlich, an anderer Stelle hätte man angeblich erst noch warten müssen. Menschen waren in ihren Vorstellungen gefangen, in ihren Ängsten, in alten Verstrickungen, in dem, was man eben so macht oder nicht macht. Und irgendwann wurde daraus die Geschichte, ich sei diejenige, mit der etwas nicht gehe.

Heute stelle ich deshalb die Umkehrungsfrage.

Spontanität darf Ja sagen

Was passiert, wenn nicht mehr ich beweisen muss, dass ich spontan sein kann?

Was passiert, wenn mein Umfeld spontan sein darf?

Diese Frage ist für mich heute viel spannender als die Suche nach irgendeiner vergangenen Entscheidung. Denn ich weiß längst, wie spontan ich sein kann. Ich weiß, wie schnell ich Ja sagen kann, wenn etwas für mich stimmt. Ich weiß auch, wie klar ich Nein sagen kann, wenn etwas nicht passt. Ich brauche mir meine eigene Entscheidungsfähigkeit nicht mehr von außen bestätigen zu lassen.

Die interessantere Frage lautet inzwischen, ob Menschen in meinem Umfeld bereit sind, ihre eigenen alten Begrenzungen zu verlassen.

Ob sie bereit sind, nicht alles erst durch die Filter alter Erfahrungen, gesellschaftlicher Erwartungen oder längst überholter Vorstellungen laufen zu lassen.

Ob ein Mensch etwas sehen kann und einfach sagen darf: Ja, das interessiert mich.

Ob ein Unternehmen ein Angebot wahrnimmt und sagen darf: Ja, genau das brauchen wir.

Ob jemand meine Arbeit kennenlernt und nicht erst monatelang überlegen muss, ob er sich dafür entscheiden darf.

Denn genau das habe ich in der Vergangenheit oft nicht erlebt. Ich habe erlebt, dass Menschen selbst in alten Verstrickungen festhingen und daraus Begrenzungen entstanden. Ich habe erlebt, dass andere ihre eigenen Ängste, ihre Engstirnigkeit oder ihre festen Vorstellungen darüber, wie etwas zu sein hat, nicht verlassen konnten. Und anschließend wurde diese Begrenzung mir zugeschrieben.

Heute möchte ich dieses Muster nicht mehr weitertragen.

Meine Entscheidung besteht deshalb darin, zuzulassen, dass mein Umfeld spontan sein kann.

Menschen dürfen meine Arbeit sehen und spontan Ja sagen.

Sie dürfen buchen.

Sie dürfen sich für etwas entscheiden, das sich gerade entwickelt.

Sie dürfen zu einer Resonanz stehen, ohne sich erst dafür rechtfertigen zu müssen.

Sie dürfen etwas Neues ausprobieren, auch wenn es nicht dem entspricht, was sie schon hundertmal gesehen haben.

Für mich bedeutet das nicht, dass ich meine Zukunft davon abhängig mache, ob das Außen mir etwas erlaubt. Genau diese Fremdbestimmung habe ich für mich beendet. Ich stelle die Frage anders. Ich entscheide nicht mehr darüber, ob ich spontan genug bin. Ich öffne vielmehr den Raum dafür, dass andere Menschen ihre eigene Spontanität wiederfinden dürfen.

Vielleicht liegt darin sogar eine größere Veränderung, als ich zunächst gedacht habe.

Denn wenn ein Mensch nicht mehr in alten Verstrickungen hängen muss, kann er plötzlich etwas tun, was vorher scheinbar unmöglich war. Er kann aus einem Gedanken eine Entscheidung machen. Aus Interesse kann eine Buchung werden. Aus Beobachtung kann Beteiligung entstehen. Aus einem Vielleicht kann ein Ja werden.

Genau diese Bewegung wünsche ich mir für das, was gerade entsteht.

Nicht mehr endloses Prüfen. Nicht mehr das alte Muster, bei dem jeder zuerst schaut, was andere dazu sagen könnten. Nicht mehr dieses automatische Zurückweichen vor allem, was neu oder ungewöhnlich ist.

Sondern die Freiheit zu sagen: Das passt für mich. Ich mache das jetzt.

Wenn ich heute gefragt werde, was meine spontanste Entscheidung gewesen ist, dann ist meine Antwort deshalb vielleicht diese: Ich habe entschieden, nicht länger meine eigene Spontanität infrage zu stellen. Ich weiß, dass ich sie habe.

Und ich habe entschieden, zuzulassen, dass auch mein Umfeld spontan sein darf.

Dass Menschen spontan Ja sagen dürfen.

Dass sie buchen dürfen.

Dass sie sich entscheiden dürfen.

Dass sie zu dem stehen dürfen, was sie wahrnehmen.

Vielleicht beginnt genau dort etwas Neues. Nicht weil ich mich noch mehr bewegen muss, sondern weil die Bewegung endlich auch von der anderen Seite kommen darf.

Frau auf einem weißen Araberhengst neben einem schwarzen Araberhengst auf einer sonnigen Wiese; am Himmel formen Wolken den Schriftzug „JETZT LEBEN“, unten ist das Logo „Drachenzentrum Ullrich“ zu sehen
Das Bild zeigt eine Frau auf einem weißen Araberhengst, während ein schwarzer Araberhengst frei nebenher läuft. Beide Pferde bewegen sich über eine helle, sonnenbeschienene Wiese mit Bäumen und Zaun im Hintergrund. Im Himmel steht als Wolkenbild deutlich lesbar „JETZT LEBEN“, links ergänzt durch eine drachenartige Wolkenform. Unten rechts ist das goldene Logo „Drachenzentrum Ullrich“ eingeblendet. Die Szene wirkt kraftvoll, frei und aufbruchsstark.

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Reiterin auf schwarzem Pferd begleitet von weißen Ziegen und Lamas im warmen Abendlicht, mit dem Logo des Drachenzentrum Ullrich.

Selfcare

Wie schaffst du dir Zeit für Self-Care?



Selfcare bedeutet für mich nicht, mir zwischendurch ein paar Minuten freizuschaufeln, sondern mein Leben so zu verändern, dass es wirklich zu mir gehört. Wenn ich heute darüber nachdenke, wie ich mir Zeit für Selfcare erschaffe, merke ich deshalb, dass die Frage für mich eigentlich ganz anders gestellt werden müsste. Ich habe mir nicht einfach Zeit genommen, um mich von meinem Leben zu erholen. Ich habe viele Jahre daran gearbeitet, ein Leben aufzubauen, in dem ich meinen eigenen Weg überhaupt gehen kann.

Das Drachenzentrum Ullrich ist ein wesentlicher Teil davon. Es ist nicht einfach irgendein Betrieb, den ich gegründet habe. Es ist aus meinem Weg entstanden, aus meinen Erfahrungen, aus meinem Wissen, aus meiner Arbeit und aus allem, was sich über viele Jahre entwickelt hat. Diesen Raum aufzubauen, weiterzuentwickeln und immer wieder gegen Widerstände zu behaupten, war für mich Selfcare in einer sehr grundlegenden Form. Ich habe damit einen Platz geschaffen, an dem das, was zu mir gehört, nicht mehr irgendwo am Rand meines Lebens stattfinden muss.

Für mich reicht dieser Weg auch in meine Ahnenreihe hinein. Ich komme aus einer Linie, in der Menschen nicht einfach das tun konnten, was sie tun wollten, und schon gar nicht selbstverständlich davon leben konnten. Für mich ist deshalb ein wesentlicher Teil meines Weges, genau diese Grenze zu überschreiten. Nicht mehr nur irgendwie durchzukommen, sondern das eigene Können, die eigene Wahrnehmung und die eigenen Fähigkeiten wirklich zur Grundlage des Lebens werden zu lassen.

Das war nicht immer leicht. Es gab genügend Momente, in denen ich keine Kraft mehr hatte, an denen alles zu viel wurde oder an denen ich nicht wusste, wie es weitergehen soll. Genau dort waren sehr oft die Tiere diejenigen, die mich wieder zurückgebracht haben. Nicht, indem sie Probleme gelöst hätten, sondern indem ihre Anwesenheit mich immer wieder mit dem verbunden hat, wofür ich überhaupt angefangen habe.

Sie waren für mich Kraftquelle, Rückverbindung und manchmal auch der Grund, noch einen Schritt weiterzugehen, obwohl ich eigentlich längst keine Energie mehr hatte. Wenn meine eigene Kraft trotzdem nicht gereicht hat, war mein Mann da und hat weitergemacht. Manchmal sind es dabei gar nicht die großen Dinge, die tragen. Manchmal ist es einfach der Kaffee am frühen Morgen, wenn ich zu einer Uhrzeit eigentlich noch überhaupt nicht wach sein möchte.

Heute ist wieder so ein Morgen. Später werden wir unser zukünftiges Zuhause besuchen. Allein dieser Gedanke zeigt mir, wie sehr sich mein Begriff von Selfcare verändert hat. Es geht für mich nicht darum, mich aus meinem Leben herauszunehmen. Es geht darum, weiter an dem Leben zu bauen, in dem ich wirklich zu Hause sein kann.

Selfcare als eigener Weg

Auch meine Kunst gehört zu diesem Weg, aber für mich ist sie nicht automatisch Selfcare. Die Bilder, die Stickereien und die vielen anderen Dinge, die entstehen, sind Werkzeuge. Sie machen etwas sichtbar. Sie übersetzen Wahrnehmung, Entwicklung, Erinnerung und innere Bilder in etwas Greifbares. Sie gehören zu meiner Arbeit und zu meiner Ausdrucksform. Aber sie sind nicht unbedingt das, wodurch ich mich erhole oder Kraft sammle.

Die Tiere sind da etwas anderes. Mit ihnen kann ich wieder in einen anderen Zustand kommen. Allerdings bedeutet das für mich auch, ihre Grenzen und meine eigenen zu kennen. Gerade jetzt, mitten im Umzugsstress, würde ich nicht auf die Idee kommen, irgendwelche besonderen Dinge mit ihnen zu machen, nur weil irgendwo steht, dass Selfcare bedeuten müsse, sich bewusst Zeit mit den Tieren zu nehmen.

Wenn ich selbst zu angespannt, zu beschäftigt oder zu unaufmerksam bin, bekommen die Tiere diese Unruhe mit. Dann ist es für mich viel stimmiger, ihnen ihren Raum zu lassen und mich auf das zu konzentrieren, was gerade erledigt werden muss. Wenn der Umzug geschafft ist und wieder Ruhe eingekehrt ist, entsteht ganz von selbst wieder ein anderer Raum mit ihnen. Für mich gehört auch das zu Selfcare: nicht etwas zu erzwingen, nur weil es theoretisch guttun sollte.

In der vergangenen Nacht habe ich geträumt, dass eine Geburt beginnt. Was genau damit gemeint war, kann ich nicht sagen. Vielleicht ging es um das Drachenzentrum, vielleicht um den Umzug, vielleicht um einen größeren inneren Prozess. Für mich fühlte es sich jedenfalls wieder nach diesem gleichen Grundthema an, das mich schon länger begleitet: Etwas Altes geht zu Ende und etwas Neues kommt tatsächlich ins Leben.

Auch darin erkenne ich Selfcare. Nicht als Wellnessprogramm und nicht als festen Termin im Kalender, sondern als Bereitschaft, dem eigenen Leben wirklich zu folgen. Manchmal bedeutet das Durchhalten. Manchmal bedeutet es, etwas aufzubauen. Manchmal bedeutet es, Hilfe anzunehmen. Manchmal bedeutet es, einen Raum noch nicht zu betreten, weil der richtige Zeitpunkt erst später kommt.

Vielleicht habe ich mir deshalb nie bewusst „Zeit für Selfcare“ geschaffen. Ich habe stattdessen versucht, mein Leben Schritt für Schritt so zu verändern, dass mein eigener Weg darin Platz hat. Das hat Jahre gedauert und ist noch immer in Bewegung. Aber genau darin liegt für mich die eigentliche Selbstfürsorge: nicht ständig vor dem eigenen Leben fliehen zu müssen, sondern ein Leben zu erschaffen, in dem ich selbst wirklich vorkomme.

Und vielleicht ist genau das die Form von Selfcare, die am längsten trägt. Nicht eine Stunde Pause vom falschen Leben, sondern der Mut, das eigene Leben immer mehr in die Form zu bringen, die wirklich passt.

Reiterin auf schwarzem Pferd begleitet von weißen Ziegen und Lamas im warmen Abendlicht, mit dem Logo des Drachenzentrum Ullrich.
Selfcare heißt für mich, meinen eigenen Weg zu gehen – getragen von den Tieren, meiner Arbeit und dem Leben, das daraus entstanden ist.

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Glutroter Himmel über einem ländlichen Hof mit weißem Araber, schwarzem Araber, kleinen Ponys und einem großen wildfarbenen Kaukasischen Owtscharka. Im Hintergrund liegen Wohnhaus und Stallgebäude im warmen Licht. Oben im Bild ist das goldene Logo „Drachenzentrum Ullrich“ zu sehen.

Zuhause wird Wirklichkeit

Welcher Ort, den du besucht hast, hat sich wie Zuhause angefühlt?

Zuhause ist für mich kein Ort, den ich mir erst lange schönreden muss, sondern ein Gefühl, das in einem einzigen Moment vollkommen klar sein kann.

Als ich diesen Ort zum ersten Mal bewusst erlebt habe, war da kein Abwägen. Kein Vielleicht. Kein langes Überlegen, ob ich mir vorstellen könnte, dort irgendwann einmal zu leben. Ich stand dort, schaute mich um und in mir war einfach nur dieses eine klare Ja. Hier. Genau hier. Es war kein Wunschbild, das ich mir mühsam aufgebaut hatte. Es war eher, als hätte etwas in mir diesen Ort schon erkannt, bevor mein Verstand überhaupt angefangen hatte, die Möglichkeiten zu sortieren.

Dieses Gefühl von Zuhause war sofort da.

Und seit diesem Moment ist viel passiert.

Denn ich habe dieses innere Ja nicht einfach als schönen Gedanken stehen lassen. Ich habe begonnen, die Struktur dafür zu bauen. Schritt für Schritt. Das Drachenzentrum Ullrich hat sich weiterentwickelt, Bereiche wurden klarer, Angebote entstanden, Filme, Texte, Konzepte und neue Formen meiner Arbeit wurden aufgebaut. Dinge, die lange einzeln nebeneinanderstanden, begannen sich miteinander zu verbinden. Aus vielen einzelnen Teilen wurde immer stärker ein Ganzes.

Dabei wurde mir zunehmend bewusst, dass Zuhause für mich viel mehr bedeutet als nur ein Haus oder eine neue Adresse.

Zuhause bedeutet einen Ort, an dem mein Leben bleiben darf.

Einen Ort, an dem unsere Tiere ihren Raum haben.

Einen Ort, an dem das Drachenzentrum Ullrich sich entfalten kann.

Einen Ort, an dem Kunst, Beratung, Tiere, Menschen, Entwicklung und all das, was über viele Jahre gewachsen ist, nicht ständig wieder auseinandergerissen werden muss, sondern zusammengehören darf.

Genau deshalb war dieses erste innere Ja so stark.

Es ging nicht nur um einen Ort.

Es ging um Bleiben.

Zuhause wird Umsetzung

Lange Zeit stand diesem Zuhause jedoch etwas entgegen.

Nicht nur auf einer einzelnen Ebene und nicht nur in einer einzelnen Situation. In meinem Leben gab es immer wieder Entwicklungen, durch die etwas, das eigentlich Bestand bekommen sollte, ins Wanken geriet. Situationen wiederholten sich, Menschen tauchten auf, Zusammenhänge entstanden, und vieles davon war lange nicht wirklich greifbar.

Inzwischen hat sich das verändert.

Was vorher nur als einzelne Störung erschien, konnte Schritt für Schritt erkannt werden. Zusammenhänge wurden sichtbar. Abläufe ließen sich nachvollziehen. Dinge, die lange nur als Gefühl im Raum standen, konnten benannt, zugeordnet und teilweise auch nachweisbar belegt werden.

Und genau das verändert die Ausgangslage.

Denn etwas, das erkannt ist, wirkt nicht mehr auf dieselbe Weise im Verborgenen.

Etwas, das benannt werden kann, verliert einen Teil seiner Macht.

Und etwas, dessen Zusammenhänge sichtbar geworden sind, kann nicht mehr einfach so in derselben Form weiterlaufen.

Genau darin liegt für mich der Unterschied zu früher.

Ich muss meine Energie nicht mehr gleichzeitig aufbauen und gegen etwas halten, das ich noch nicht vollständig greifen kann.

Ich darf sie jetzt auf Umsetzung richten.

Auf das, was entstehen soll.

Auf das, was längst vorbereitet ist.

Auf das, was sich bereits innerlich entschieden hat.

Und genau deshalb fühlt sich diese Woche anders an.

Nicht wie noch eine weitere Runde Vorbereitung.

Nicht wie noch ein weiteres Warten.

Nicht wie noch ein weiteres Vielleicht.

Sondern wie der Beginn der Umsetzung.

Das innere Ja ist längst da.

Die Struktur ist gebaut.

Die Richtung ist klar.

Und das, was diesem Weg so lange entgegenstand, ist nicht mehr namenlos und unsichtbar.

Dem ist jetzt ein Riegel vorgeschoben.

Damit darf etwas Neues geschehen.

Nicht wieder dasselbe Muster.

Nicht wieder dieselbe Wiederholung.

Nicht wieder ein Ort, der nur eine Zwischenstation bleibt.

Sondern Zuhause.

Ein Zuhause, das bleiben darf.

Ein Zuhause, das nicht erst dann beginnt, wenn irgendwann ein Schlüssel übergeben wird oder ein Umzug abgeschlossen ist.

Es hat längst begonnen.

Es begann in dem Moment, in dem ich dort stand und Ja gesagt habe.

Seitdem hat sich mein Leben auf diesen Punkt ausgerichtet.

Nicht indem ich stillstand und wartete, sondern indem ich aufgebaut habe.

Indem ich entwickelt habe.

Indem ich Entscheidungen getroffen habe.

Indem ich sichtbar gemacht habe, was dort seinen Platz finden soll.

Und indem ich gleichzeitig immer klarer erkennen konnte, was bisher verhindert hat, dass ein solches Zuhause dauerhaft Wirklichkeit werden konnte.

Genau deshalb fühlt sich die heutige Frage für mich so passend an.

Welcher Ort, den ich besucht habe, hat sich wie Zuhause angefühlt?

Die Antwort darauf ist in mir längst gefallen.

Ich kenne dieses Gefühl.

Ich habe es dort erlebt.

Ich stand dort und wusste es.

Nicht irgendwann.

Nicht vielleicht.

Nicht unter bestimmten Bedingungen.

Sondern einfach: Ja.

Hier.

Und jetzt darf dieses Ja seine äußere Form bekommen.

Jetzt darf aus Vorbereitung Umsetzung werden.

Jetzt darf aus Struktur Wirklichkeit werden.

Jetzt darf aus dem inneren Wissen ein gelebtes Zuhause werden.

Ich muss dieses Zuhause nicht mehr suchen.

Ich habe es erkannt.

Ich habe es gewählt.

Ich habe dafür aufgebaut.

Glutroter Abendhimmel über einem ländlichen Hof mit mehreren Pferden und einem großen wildfarbenen Kaukasischen Owtscharka. Im Hintergrund liegen Haus und Stall im warmen Licht. Oben im Bild steht das goldene Logo „Drachenzentrum Ullrich“.
Wenn aus einem inneren Ja gelebte Wirklichkeit wird.

Und jetzt darf es sein.

https://www.drachenzentrum-ullrich.de

Yvette vor einer warmen, sonnigen Landschaft mit dem Schriftzug „Früher begonnen“ und dem Logo Drachenzentrum Ullrich.

Früher begonnen

Was hättest du im Leben gern viel früher angefangen?

Früher begonnen

Früher begonnen hätte ich gerne damit, von dem zu leben, was ich tue. Nicht nur immer wieder einzelne Aufträge zu haben, nicht zwischendurch etwas zu verkaufen oder mit meiner Arbeit punktuell Geld zu verdienen, sondern wirklich davon leben zu können.

Genau das hätte ich gerne viel früher gehabt.

Aber zwischen diesem Wunsch und seiner Verwirklichung stand lange eine ganze Lawine.

Es war nicht nur ein einzelnes Hindernis. Es waren viele Dinge, die sich über Jahre übereinandergeschoben hatten. Erfahrungen, alte Strukturen, äußere Widerstände, finanzielle Grenzen, Erwartungen, Enttäuschungen und immer wieder Situationen, die zuerst bewältigt werden mussten, bevor überhaupt wieder Raum für den nächsten Schritt entstand.

Deshalb glaube ich heute nicht mehr, dass es einfach nur darum ging, früher anfangen zu müssen.

Ich hatte längst angefangen.

Ich habe gearbeitet. Ich habe gelernt. Ich habe entwickelt. Ich habe Kunst geschaffen. Ich habe mit Menschen gearbeitet, mit Tieren, mit unterschiedlichen Methoden, mit Beratung, mit kreativen Prozessen und mit meiner eigenen Wahrnehmung.

Das Problem war nicht, dass nichts da war.

Das Problem war, dass sehr viel im Weg stand.

Früher begonnen nach der Transformation

Früher begonnen hätte ich also gerne wirtschaftlich.

Ich hätte gerne viel früher an dem Punkt gestanden, an dem meine Arbeit nicht nur wertvoll ist, sondern mich auch zuverlässig trägt.

Doch dafür musste erst vieles transformiert werden.

Manche Prozesse lassen sich nicht beschleunigen. Manche Dinge zeigen sich erst nach Jahren in ihrem ganzen Zusammenhang. Und manches kann erst dann wirklich gehen, wenn man bereit ist, es nicht mehr mitzunehmen.

Genau das hat sich bei mir verändert.

Vieles von dem, was früher Kraft gebunden hat, hat heute nicht mehr dieselbe Macht. Alte Geschichten sind nicht mehr automatisch die Grundlage für jede neue Entscheidung. Dinge, die mich früher aufgehalten haben, verlieren ihren Platz. Gleichzeitig hat sich das, was ich tue, immer stärker zu etwas Eigenem verbunden.

Das Drachenzentrum Ullrich ist dafür ein gutes Beispiel.

Es ist nicht einfach eine Geschäftsidee, die irgendwann aufgeschrieben wurde. Es ist aus meinem Leben heraus gewachsen. Aus meiner Arbeit, meinen Erfahrungen, meiner Kunst, meiner Arbeit mit Tieren, meiner Beratung, meinen Methoden und all den Dingen, die früher oft nebeneinanderstanden und heute zusammengehören.

Genau deshalb fühlt es sich jetzt anders an.

Ich muss nicht mehr überlegen, welchen Teil von mir ich weglassen müsste, damit etwas verkäuflich wird. Ich muss nicht mehr alles auseinanderziehen und so tun, als hätten Kunst, Tiere, Persönlichkeitsentwicklung, Spiritualität und Beratung nichts miteinander zu tun.

Sie gehören zusammen.

Und erst jetzt ist daraus etwas entstanden, das auch wirtschaftlich tragen kann.

Vielleicht ist das die eigentliche Antwort auf die heutige WordPress-Frage.

Ja, ich hätte gerne früher von dem gelebt, was ich tue.

Aber rückblickend sehe ich auch, dass damals noch vieles dazwischenstand, das zuerst transformiert werden musste.

Diese Lawine war real für mein Erleben. Sie hat Zeit, Kraft und Möglichkeiten gebunden. Vieles davon musste Schicht für Schicht abgetragen werden.

Und heute ist der entscheidende Unterschied: Es steht nicht mehr alles dort.

Dadurch wird etwas möglich, das früher immer wieder blockiert war.

Ich kann meine Arbeit heute nicht nur machen.

Ich kann sie bündeln. Ich kann sie zeigen. Ich kann sie anbieten. Ich kann ihr einen Ort geben. Ich kann Menschen damit erreichen. Und ich kann daraus etwas aufbauen, das auch finanziell trägt.

Das ist für mich ein großer Unterschied.

Früher hätte ich gerne schon das Ergebnis gehabt.

Heute habe ich die Grundlage dafür.

Und vielleicht ist genau das viel bedeutender.

Denn es fühlt sich nicht mehr an wie ein verzweifelter Versuch, endlich irgendwie davon leben zu müssen.

Es fühlt sich an wie der Moment, in dem die Voraussetzungen dafür tatsächlich da sind.

Die Lawine hat lange den Blick versperrt.

Jetzt ist sie nicht mehr das, was vorne steht.

Jetzt steht dort das, was dahinter immer schon entstehen wollte.

Yvette vor einer sonnigen Landschaft mit dem Logo Drachenzentrum Ullrich und dem Schriftzug „Früher begonnen“.
Manche Wege beginnen nicht zu spät. Sie beginnen dann, wenn das, was lange im Weg stand, transformiert ist.
Schwarze Katze mit rotem Halsband, Glöckchen und funkelnden Schmucksteinen in einer magischen Landschaft des Drachenzentrum Ullrich.

Pokémon Katze

Wenn du dir irgendein fiktives Tier als lebenslangen Begleiter aussuchen könntest (wie ein Pokémon oder ein Fantasy-Haustier) – welches wäre das?

Pokémon Katze ist heute für mich die stimmigste Antwort auf diese seltsame WordPress-Frage, auch wenn es auf den ersten Blick fast albern klingt. Denn eigentlich geht es gar nicht darum, ob ich ein bestimmtes Fantasiewesen oder ein erfundenes Tier wählen würde. Es geht darum, welches Wesen etwas Eigenes, Unverwechselbares und zugleich Bedeutsames in mein Leben bringt. Und da landet mein Blick sofort bei unserer kleinen schwarzen Katze mit ihrem roten Halsband und dem Glöckchen. Sie ist kein Pokémon im eigentlichen Sinn, und doch trägt sie etwas in sich, das genau in diese Richtung weist. Sie ist ein kleines Wesen mit Charakter, mit Ausstrahlung und mit einer sehr klaren inneren Gewissheit darüber, was zu ihr gehört.

Das Besondere an der Geschichte ist nicht einfach, dass sie ein Halsband trägt. Das allein wäre zu oberflächlich gedacht. Bei unseren Tieren geht es bei solchen Dingen nicht nur um Schmuck, nicht nur um hübsch aussehen und auch nicht bloß um irgendein Accessoire. Wenn eines unserer Tiere so ein Teil bekommt, dann ist das für sie nicht beliebig. Es ist ihnen heilig. Genau das ist der Punkt. Es bekommt Würde, Bedeutung und eine Art von innerem Wert, den man von außen vielleicht gar nicht sofort begreift, wenn man Tiere nur als Tiere betrachtet. Aber bei uns ist das anders. Unsere Tierchen haben ihre Eigenheiten, ihre Zeichen und ihre ganz eigene Art, Dinge als wichtig zu erkennen.

Pokémon Katze und heilige Zeichen

Gerade deshalb hat mich die Reaktion der kleinen schwarzen Katze so berührt. Dieses rote Halsband mit dem Glöckchen hätte ich ihr niemals gekauft. Tom hatte es vom Foodsharing mitgebracht. Es kam also nicht als gezielt ausgewähltes Geschenk für sie ins Haus. Und trotzdem war sofort klar, dass genau dieses Stück eine Bedeutung für sie hat. Ich hatte es in der Hand, und sie kam sofort. Kein Widerstand, kein Ausweichen, kein Katzengehabe von wegen bloß nicht anfassen oder bloß nicht anziehen. Sie saß da und ließ sich das Halsband anlegen wie ein Hund, der sein erstes Halsband bekommt und in diesem Moment genau weiß, dass jetzt etwas Wichtiges passiert. Dieses Bild war so ungewohnt, dass es sich mir direkt eingeprägt hat.

Noch merkwürdiger und schöner war dann ihr ganzer Ausdruck. Sie wirkte nicht, als würde sie irgendetwas widerwillig dulden. Sie wirkte stolz. Nicht auf eine oberflächliche Art, sondern aus einer inneren Selbstverständlichkeit heraus. Als würde sie sagen: Ja, das gehört zu mir. Ja, das ist richtig so. Ja, jetzt habe ich auch mein eigenes Zeichen. Genau das macht für mich die Tiefe dieser Situation aus. Denn wenn etwas heilig ist, dann ist es nicht einfach nur da. Dann hat es einen Platz. Dann ist es verbunden mit Zugehörigkeit, Identität und einer stillen inneren Ordnung, die man nicht erklären muss, um sie zu spüren.

Vielleicht wusste sie sofort, dass auch sie nun an der Reihe ist. Alle unsere Tiere haben ja ihr besonderes Stück, ihr eigenes Zeichen, etwas, das nicht bloß nett aussieht, sondern das zu ihnen gehört. Vielleicht hat sie das längst wahrgenommen. Vielleicht wusste sie auf ihre Weise, dass auch für sie ein solcher Moment kommen würde. Vielleicht hat sie es sogar schon früher mitbekommen, aus einer anderen Ebene, aus der Anderswelt oder aus einer Erinnerung, die nicht mit dem Verstand erklärbar ist. Ich muss das nicht beweisen, um es ernst zu nehmen. Für mich ist entscheidend, dass Tiere oft sehr genau wissen, wann etwas für sie bestimmt ist.

Und damit verändert sich auch die Bedeutung dieser heutigen Frage. Wenn ich also antworten soll, welches fiktive Tier oder welches Pokémon zu mir passen würde, dann ist meine Pokémon Katze nicht einfach eine niedliche schwarze Katze mit Glöckchen. Sie steht für etwas Tieferes. Sie verkörpert dieses Wissen darum, dass bestimmte Dinge nicht zufällig in unser Leben treten. Sie stehen plötzlich da, und jemand erkennt sie. Nicht weil lange diskutiert wird, nicht weil alles analytisch zerlegt wird, sondern weil es innerlich längst klar ist. Genau so war es bei ihr mit dem Halsband.

Inzwischen kam sogar schon der nächste Impuls rüber. Es soll irgendwann noch ein eigenes Halsband geben, eines mit Strasssteinchen, schön glitzernd. Darüber kann man natürlich schmunzeln, und natürlich hat das auch etwas Eitles. Aber selbst das wirkt bei ihr nicht flach. Es ist nicht bloß Glitzer um des Glitzers willen. Es ist eher so, als würde sie sagen: Wenn ich mein Zeichen trage, dann darf es auch sichtbar besonders sein. Dann darf es funkeln. Dann darf es zeigen, dass es nicht irgendein Ding ist, sondern mein eigenes. Auch darin liegt wieder diese Mischung aus Würde, Identität und Selbstverständlichkeit.

Für mich ist das heute die eigentliche Antwort. Meine Pokémon Katze ist kein Fantasiewesen aus einem Spiel, sondern ein reales Tier mit einer sehr feinen und klaren Wahrnehmung. Sie zeigt mir, dass Tiere manchmal schneller erkennen, was zu ihnen gehört, als viele Menschen es je tun. Sie fragt nicht lange, ob sie würdig ist. Sie verhandelt nicht. Sie zögert nicht. Sie erkennt. Sie nimmt an. Und sie trägt das Empfangene mit Stolz.

Vielleicht ist genau das ihre besondere Fähigkeit. Nicht fliegen, nicht kämpfen, nicht zaubern, sondern wissen. Wissen, was ihr zusteht. Wissen, was ihr heilig ist. Wissen, was zu ihr gehört. Und wenn ich ehrlich bin, dann ist das eine ziemlich beeindruckende Fähigkeit. Darum ist sie heute für mich meine Pokémon Katze. Nicht, weil sie erfunden wäre, sondern weil sie in ihrer kleinen schwarzen Gestalt genau diese besondere Magie in mein Leben bringt.

Zum Beitragsbild passt am besten eine würdevoll dargestellte schwarze Katze mit rotem Halsband und kleinem Glöckchen, mit einem stolzen, selbstbewussten Ausdruck. Das Halsband sollte nicht wie bloßer Modeschmuck wirken, sondern wie ein persönliches heiliges Zeichen. Ein paar feine funkelnde Steinchen können schon angedeutet sein, damit ihre glitzernde nächste Stufe mitschwingt. Die Stimmung sollte magisch und würdevoll sein, eher zwischen realer Welt und Anderswelt als kindlich-kitschig. Wenn du willst, mache ich dir als Nächstes direkt noch Titelbild-Angaben dazu, also Alttext, Bildbeschreibung, Bildbeschriftung und einen Textauszug.

Schwarze Katze mit rotem Halsband, Glöckchen und funkelnden Steinen neben Yvette vor einer magischen Landschaft mit Logo des Drachenzentrum Ullrich.
Unsere schwarze Pokémon Katze mit ihrem heiligen Schmuckstück – rotes Halsband, Glöckchen und ganz viel eigene Würde.
Yvette badet in einem goldenen Geldstrom vor dem Drachenzentrum Ullrich, umgeben von bezahlten Unterlagen, Tieren und einem Hof in warmem Abendlicht.

Im Geldstrom leben

Wenn du für eine Woche mit einer fiktiven Figur das Leben tauschen müsstest – wen würdest du wählen?



Dagobert Duck leben

Dagobert Duck wäre ganz klar die fiktive Figur, mit der ich für eine Woche das Leben tauschen würde. Nicht, weil ich unbedingt reich sein möchte und auch nicht, weil ich davon träume, mein Leben gegen ein völlig anderes einzutauschen. Wobei ich zugeben muss: Einmal in diesem berühmten Geldspeicher zu schwimmen, hätte durchaus etwas. Allein die Vorstellung, mitten in dieser unglaublichen Menge aus Münzen zu liegen und für einen Moment zu wissen, dass Geld gerade überhaupt keine Grenze darstellt, finde ich ziemlich genial.

Aber vermutlich würde ich diese Woche gar nicht brauchen.

Ein oder zwei Tage würden wahrscheinlich reichen.

Denn ich müsste mir nicht erst überlegen, was ich mit dem Geld anfangen möchte. Ich müsste keine Wunschliste schreiben, keine neue Zukunft entwerfen und auch nicht plötzlich anfangen, irgendwelche Dinge zu kaufen, die mit meinem wirklichen Leben überhaupt nichts zu tun haben. Mein Leben ist längst da. Die Richtung steht. Die Entscheidungen sind getroffen. Das Drachenzentrum Ullrich entwickelt sich weiter, die GmbH ist vorbereitet, der Umzug ist geplant, der Hof gehört zu diesem Weg, meine Arbeit existiert, meine Angebote sind entwickelt, die Projekte stehen und auch die nächsten Schritte sind längst sichtbar.

Es fehlt nicht an Zukunft.

Es fehlt nicht an Ideen.

Und eigentlich fehlt inzwischen auch nicht mehr an Klarheit.

Es geht nur darum, dass das, was längst vorbereitet ist, nun vollständig in die materielle Welt kommt.

Genau deshalb fasziniert mich die Vorstellung dieses Lebenstausches mit Dagobert Duck. Sein Reichtum würde mir nicht ermöglichen, endlich herauszufinden, wer ich sein möchte. Das weiß ich längst. Er würde mir einfach die Möglichkeit geben, all das, was bereits da ist, ohne weitere Verzögerung umzusetzen.

Dagobert Duck und Freiheit

Dagobert Duck steht für mich in dieser Vorstellung deshalb weniger für Besitz als für Bewegungsfreiheit. Geld wäre nicht etwas, das ich anhäufe, um sagen zu können, wie viel ich habe. Geld wäre Bewegung. Es würde dorthin fließen, wo längst etwas darauf wartet, fertiggestellt zu werden.

Rechnungen könnten bezahlt werden. Verträge könnten abgeschlossen werden. Der Hof könnte verbindlich geregelt werden. Der Umzug könnte durchgezogen werden. Die GmbH könnte ihren Platz einnehmen. Dinge, die heute noch nebeneinanderliegen und darauf warten, in der richtigen Reihenfolge zusammenzufallen, könnten einfach abgeschlossen werden.

Und dann käme wahrscheinlich der viel spannendere Moment.

Nicht der Moment, in dem ich feststelle, wie viel Geld vorhanden ist.

Sondern der Moment, in dem nichts mehr offen ist.

Ich glaube, genau das ist es, was mich an diesem Gedanken so reizt. Nicht unendlicher Luxus. Nicht ein Leben, in dem ich jeden Tag neue Dinge kaufen müsste, damit das Geld irgendeinen Sinn bekommt. Sondern dieser eine Augenblick, in dem ich feststellen könnte: Es ist erledigt.

Alles, was geregelt werden musste, ist geregelt.

Alles, was bezahlt werden musste, ist bezahlt.

Alles, was organisiert werden musste, ist organisiert.

Und dann?

Dann müsste ich nur noch leben.

Vielleicht klingt dieser Satz viel unspektakulärer als ein riesiger Geldspeicher voller Goldmünzen. Für mich ist er aber wahrscheinlich der größere Reichtum.

Ich könnte zu meinen Tieren gehen, ohne im Hinterkopf schon wieder den nächsten organisatorischen Schritt durchzurechnen. Ich könnte im Drachenzentrum Ullrich arbeiten, weil genau das meine Arbeit ist, und nicht gleichzeitig ständig irgendeine Finanzierung, irgendeinen Termin oder irgendeine weitere Zwischenlösung mitdenken. Ich könnte schreiben, Kunst machen, Filme entwickeln, Menschen begleiten und all das leben, was längst zu mir gehört.

Der Geldstrom würde dann nicht von meinem Leben wegführen.

Er würde direkt hineinführen.

Vielleicht ist genau das auch der Unterschied zwischen „reich sein wollen“ und Fülle. Reich sein klingt schnell nach mehr, größer, noch mehr besitzen. Fülle fühlt sich für mich anders an. Fülle bedeutet, dass das, was gebraucht wird, da ist. Dass Bewegung möglich ist. Dass aus Plänen Wirklichkeit werden kann. Dass Dinge nicht künstlich festgehalten werden, obwohl ihre Richtung längst klar ist.

Und deshalb würde ich Dagobert Ducks Leben vermutlich tatsächlich nur sehr kurz brauchen.

Ich würde mir seinen Geldspeicher ansehen.

Ich würde wahrscheinlich wirklich einmal hineinspringen.

Ich würde in diesem absurd großen Meer aus Münzen liegen und vermutlich herzlich darüber lachen, dass genau diese Vorstellung seit Jahrzehnten für vollkommenen Reichtum steht.

Und dann würde ich anfangen, Geld aus dieser Fantasiewelt in mein wirkliches Leben zu bewegen.

Nicht, um aus meinem Leben etwas anderes zu machen.

Sondern damit es endlich genau das sein kann, was es längst ist.

Vielleicht würde ich nach zwei Tagen schon wieder zurücktauschen wollen.

Denn Dagobert Ducks Leben brauche ich eigentlich nicht.

Ich brauche meines.

Mit meinen Tieren, meiner Arbeit, meiner Kunst, meinen Geschichten, meinen Drachen, meinen Ideen und dem Drachenzentrum Ullrich.

Nur eben ohne die ständigen offenen Schleifen dazwischen.

Und wahrscheinlich wäre das der schönste Moment dieser ganzen fiktiven Woche: aus dem Geldspeicher wieder herauszusteigen und zu wissen, dass ich nicht mehr überlegen muss, was als Nächstes geregelt werden muss.

Dann wäre alles bezahlt.

Alles organisiert.

Alles abgewickelt.

Der Geldstrom wäre dort angekommen, wo er hingehört.

Mitten in meinem wirklichen Leben.

Und ich müsste nur noch leben.

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Frage:
Was bedeutet im Geldstrom leben für mich wirklich?

Antwort:
Im Geldstrom leben bedeutet für mich nicht, Reichtum nur zu träumen, sondern zu erleben, wie Fülle ganz real in mein Leben fließt, offene Dinge bezahlt werden und aus Druck endlich Freiheit wird.

Engel und Teufel mit vertauschten Rollen als Symbol dafür, dass Gut und Böse eine Frage der Perspektive sein können.

Böse ist relativ

Hast du schon mal einen Bösewicht mehr gemocht als den Helden? Wen und warum?

Böse ist relativ. Schon als Kind fand ich Geschichten oft spannender, wenn nicht sofort feststand, wer der Held und wer der Bösewicht ist. Denn meistens erzählt uns eine Geschichte ziemlich schnell, auf welcher Seite wir stehen sollen. Der eine trägt das Licht, der andere die Dunkelheit. Der eine rettet, der andere zerstört. Der eine gilt als gut, der andere als böse. Aber ist es wirklich immer so einfach?

Mich haben Figuren oft gerade dann interessiert, wenn ihre Geschichte nicht in dieses klare Raster passte. Wenn der vermeintliche Bösewicht nicht einfach nur böse war, sondern Gründe hatte. Eine Vergangenheit. Verletzungen. Eine andere Sicht auf dieselbe Welt. Vielleicht auch Erfahrungen, die niemand sehen wollte. Oder wenn sich irgendwann herausstellte, dass die sogenannte gute Seite ihre eigene Wahrheit sehr geschickt erzählt hatte.

Vielleicht liegt genau darin der Reiz solcher Figuren. Sie zwingen uns dazu, genauer hinzusehen. Nicht nur darauf, was jemand tut, sondern auch darauf, aus welcher Geschichte heraus ein Mensch handelt und wer eigentlich entschieden hat, welche Rolle ihm dabei zugeschrieben wird.

Böse ist relativ

Denn wer bestimmt eigentlich, was böse ist?

Sehr oft ist es zunächst derjenige, der die bestehende Ordnung stört. Der nicht mehr mitmacht. Der Fragen stellt. Der widerspricht. Der nicht schweigt, obwohl Schweigen für alle anderen vielleicht wesentlich bequemer wäre. Der etwas anders erzählt, als es bisher erzählt wurde. Und natürlich kann ein Mensch tatsächlich zerstörerisch handeln. Natürlich gibt es Verletzung, Manipulation, Machtmissbrauch und Verhalten, das anderen schadet. Darum geht es gar nicht. Es geht um die viel spannendere Frage, ob jede Zuschreibung von Gut und Böse tatsächlich so eindeutig ist, wie sie zunächst erscheint.

Das Leben erzählt selten so sauber wie ein Märchen.

Ein und dieselbe Situation kann von zwei Menschen vollkommen unterschiedlich erlebt werden. Für den einen ist jemand mutig, für den anderen unbequem. Für den einen konsequent, für den anderen schwierig. Für den einen ehrlich, für den anderen gefährlich, weil diese Ehrlichkeit etwas sichtbar macht, das lieber unsichtbar geblieben wäre.

Und manchmal verändert sich eine Geschichte bereits dadurch, dass plötzlich jemand anderes sie erzählt.

Dann wird aus dem Menschen, der angeblich Schwierigkeiten macht, vielleicht derjenige, der auf Schwierigkeiten hinweist. Aus dem Menschen, der angeblich eine Ordnung stört, wird jemand, der erkennt, dass diese Ordnung längst nicht mehr funktioniert. Und aus demjenigen, der nicht mehr bereit ist, still an seinem vorgesehenen Platz zu bleiben, wird ein Mensch, der angefangen hat, seinen eigenen Weg zu gehen.

Plötzlich wird auch das Böse zu einer Frage der Perspektive.

Vielleicht habe ich deshalb manche Bösewichte lieber gemocht als die Helden. Nicht unbedingt, weil ich ihre Handlungen gut fand, sondern weil sie häufig die interessanteren Figuren waren. Sie hatten Brüche. Widersprüche. Schatten. Eine Vergangenheit. Manchmal waren sie die einzigen Figuren, die nicht in eine glatte und hübsche Erzählung passten.

Und genau diese Brüche machen Geschichten lebendig.

Ein Held, der immer nur richtig handelt, nie zweifelt, niemals scheitert und von Anfang bis Ende eindeutig gut ist, kann schnell langweilig werden. Interessant wird es dort, wo Menschen Entscheidungen treffen müssen. Wo sie sich verändern. Wo sie etwas verlieren, etwas erkennen oder plötzlich merken, dass das Bild, das sie von der Welt hatten, nicht vollständig war.

Vielleicht gilt das auch außerhalb von Geschichten.

Ich glaube nicht an Menschen, die ausschließlich hell oder ausschließlich dunkel sind. Wir tragen Erfahrungen mit uns, Entscheidungen, Verletzungen, Sehnsüchte, Fehler, Entwicklungen und Erkenntnisse. Ein Mensch kann in der Geschichte eines anderen eine schwierige Rolle gespielt haben und gleichzeitig an anderer Stelle etwas vollkommen anderes gewesen sein.

Vielleicht ist deshalb Vorsicht angebracht, wenn Geschichten sehr schnell verteilen, wer Held und wer Bösewicht sein soll.

Denn manchmal verändert sich alles, sobald man dieselbe Geschichte aus einer anderen Perspektive betrachtet.

Der rebellische Mensch wird plötzlich zu jemandem, der eine Grenze gezogen hat. Der unbequeme Mensch wird zu jemandem, der etwas ausgesprochen hat. Derjenige, der nicht mehr mitspielt, wird zu jemandem, der beschlossen hat, das alte Spiel zu verlassen. Und jemand, der von außen als schwierig empfunden wird, kann in seiner eigenen Geschichte gerade begonnen haben, sich nicht mehr verbiegen zu lassen.

Vielleicht ist genau das der Punkt, an dem Gut und Böse ihre einfachen Grenzen verlieren.

Nicht alles, was unbequem ist, ist böse. Nicht alles, was freundlich aussieht, ist automatisch gut. Nicht alles, was eine bestehende Ordnung schützt, ist deshalb richtig. Und nicht jeder, der diese Ordnung infrage stellt, ist deshalb falsch.

Manchmal braucht es Zeit, bis sichtbar wird, was wirklich hinter einer Geschichte steckt.

Und manchmal geschieht noch etwas anderes: Man verlässt die ganze Einteilung.

Man muss nicht Held sein. Man muss nicht Bösewicht sein. Man muss nicht einmal in der Geschichte bleiben, die andere über einen erzählen. Man kann entscheiden, die eigene Geschichte weiterzuschreiben und dabei auch Rollen zurückzulassen, die andere einem irgendwann gegeben haben.

Vielleicht ist das für mich inzwischen der spannendste Gedanke überhaupt.

Nicht ständig danach zu fragen, welche Rolle einem zugeschrieben wird, sondern darauf zu schauen, was wirklich dahinterliegt. Was ist geschehen? Was wurde daraus erzählt? Wer durfte sprechen? Wer wurde gehört? Und wie verändert sich das Bild, wenn plötzlich mehr als nur eine Perspektive sichtbar wird?

Denn wenn böse relativ ist, dann ist vielleicht auch der Held relativ.

Und am Ende bleibt für mich nicht die Frage: Wer war der Gute und wer der Böse?

Sondern: Wer war bereit, wirklich hinzusehen?

Engel und Teufel mit vertauschten Rollen als Symbol dafür, dass Gut und Böse eine Frage der Perspektive sein können.
Böse ist relativ – manchmal verändert sich die ganze Geschichte, wenn wir die Rollen aus einer anderen Perspektive betrachten.

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Ein großer Drache mit roten Flügeln ruht auf einem Felsen über den Wolken, umgeben von mehreren weißen Pegasus-Pferden als Sinnbild für den Beginn einer tiefen persönlichen Transformation.

Prophezeiungen von Celestine

Was ist das längste Buch, das du je gelesen hast?

Prophezeiung von Celestine

Die Prophezeiung von Celestine ist eines der wenigen Bücher, die ich in meinem Leben wirklich vollständig gelesen habe, und gleichzeitig eines der Bücher, die meinen weiteren Weg tief geprägt haben. Ich habe es grundsätzlich nicht besonders mit dem Lesen. Schon in der Schule habe ich meistens nur das gelesen, was eben gelesen werden musste. Beim längeren Lesen wird mir schnell schwindelig, und gleichzeitig passiert bei mir noch etwas anderes: Ich nehme Bücher nicht nur über Worte auf. Ich erlebe vieles von dem, was ich lese, innerlich mit. Bilder, Stimmungen und ganze Welten bleiben nicht einfach auf dem Papier. Sie beginnen sich in mir zu bewegen.

Vielleicht ist genau deshalb die Prophezeiung von Celestine so stark bei mir geblieben. Dieses Buch war für mich nicht einfach eine Geschichte, die ich gelesen und danach wieder weggelegt habe. Rückblickend war es viel mehr. Es war eine erste Tür.

Damals konnte ich natürlich noch nicht wissen, wohin mich diese Tür führen würde. Ich konnte nicht wissen, welche Entwicklung folgen würde, welche Bilder auftauchen würden, welche Erfahrungen ich machen und welche Ebenen meines eigenen Erlebens sich später noch öffnen würden. Ich konnte auch nicht wissen, dass ich irgendwann auf diesen Punkt zurückblicken und erkennen würde, dass dort etwas begonnen hatte.

Nach diesem Buch entstand eines meiner Schlüsselbilder: der Drache auf dem Felsen, verbunden mit den Pegasus-Pferden. Damals war das ein Bild. Heute sehe ich darin viel stärker einen Marker. Einen Anfang. Einen sichtbaren Ausdruck dafür, dass in mir bereits etwas in Bewegung geraten war, bevor ich überhaupt wusste, was daraus werden würde.

Prophezeiung von Celestine als Anfang

Die Prophezeiung von Celestine war für mich damit nicht einfach nur ein Buch über Spiritualität oder Wahrnehmung. Sie wurde zu einem Ausgangspunkt für eine lange innere Reise.

Danach kamen viele weitere Schritte. Manche waren leicht, andere überhaupt nicht. Es kamen Bilder, Wahrnehmungen, Veränderungen, neue Sichtweisen und Erfahrungen, die ich erst nach und nach einordnen konnte. Vieles, was heute zu meinem Leben und meiner Arbeit gehört, war damals noch nicht einmal vorstellbar.

Und trotzdem begann genau dort etwas.

Wenn ich heute darauf zurückblicke, dann erscheint mir diese Entwicklung fast wie ein langer Weg durch viele Schichten hindurch. Eine Tür öffnete die nächste. Ein Thema führte zum nächsten. Manche Kreise haben sich immer wieder gezeigt, manche Erfahrungen wollten verstanden, manche Verbindungen gelöst und manche alten Kapitel vollständig abgeschlossen werden.

Und genau deshalb finde ich es so erstaunlich, dass dieses Buch ausgerechnet jetzt noch einmal auftaucht.

Jetzt, an einem Punkt, an dem sich für mich viele Kreise geschlossen haben. An dem Dinge, die über lange Zeit offen waren, innerlich abgeschlossen sind. An dem ich nicht mehr das Gefühl habe, noch einmal zurück in alte Themen gehen zu müssen, sondern tatsächlich vor etwas Neuem zu stehen.

Im Grunde taucht damit am Ende noch einmal der Anfang auf.

Und vielleicht ist das gar kein Zufall innerhalb meiner eigenen Entwicklung. Vielleicht ist es genau dieser Moment, in dem man erkennt, wie weit man gekommen ist. Nicht, weil alles perfekt geworden ist, sondern weil man nicht mehr dieselbe Person ist, die damals an der ersten Tür stand.

Wenn ich es heute ausdrücken müsste, würde ich sagen: Dieses Buch hat einen Prozess angestoßen, durch den ich mich zu dem transformiert habe, was heute da ist.

Nicht das Buch allein hat diesen Weg gemacht. Natürlich nicht. Aber es war ein Auslöser. Ein erster Impuls. Danach kam das Leben selbst.

Und das hat mich weit geführt.

Heute stehe ich tatsächlich an einem Punkt, der sich für mich wie die andere Seite anfühlt. Viele alte Mechanismen greifen nicht mehr. Vieles, was früher selbstverständlich war, passt nicht mehr zu dem, was jetzt entstanden ist. Das Alte ist abgeschlossen, aber das Neue ist noch nicht vertraut.

Und genau das ist ungewohnt.

Denn normalerweise kennt man wenigstens die Regeln des eigenen Lebens. Man weiß, wie man reagiert, was als Nächstes kommt, welche Muster sich wiederholen und worauf man sich einstellen muss. Aber was passiert, wenn genau diese Muster nicht mehr greifen?

Dann beginnt etwas vollkommen Neues.

Im Moment bedeutet das für mich auch, Vertrauen auf eine Weise zu leben, die ich so nicht gewohnt bin. Nicht als Wunschdenken, sondern als innere Überzeugung, dass sich das, was jetzt gebraucht wird, zeigen und materialisieren kann, obwohl ich den Weg dahin noch nicht vollständig sehen kann.

Gerade beim Thema Geld ist das spürbar. Ich weiß, was gebraucht wird. Ich weiß, welche Schritte anstehen. Und trotzdem liegt zwischen dem inneren Wissen und dem äußeren Eintreten noch dieser Raum, in dem ich nichts erzwingen kann.

Das ist abenteuerlich.

Denn das Neue fühlt sich nicht automatisch sicher an, nur weil das Alte vorbei ist. Im Gegenteil. Manchmal ist das Neue gerade deshalb so ungewohnt, weil die vertrauten Sicherheiten verschwunden sind.

Vielleicht ist genau das die eigentliche Transformation.

Nicht, dass plötzlich alles einfach wird. Sondern dass man auf der anderen Seite eines langen Weges steht und merkt: Ich bin nicht mehr die, die damals gestartet ist.

Die Prophezeiung von Celestine stand am Anfang dieses Weges. Heute steht sie plötzlich noch einmal vor mir, genau an dem Punkt, an dem sich der Kreis schließt.

Und vielleicht beginnt das Neue genau dort, wo man noch nicht weiß, wie es funktioniert, aber ganz deutlich weiß, dass man nicht mehr zurück in das Alte gehört.

Ein großer Drache mit roten Flügeln ruht auf einem Felsen über den Wolken, umgeben von mehreren weißen Pegasus-Pferden als Symbol für den Beginn einer tiefen persönlichen Transformation.
Der Drache auf dem Felsen und die Pegasus-Pferde stehen für den Beginn eines Weges, der sich über viele Jahre zu einer tiefgreifenden persönlichen Transformation entwickelt hat.

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Drachenzentrum Ullrich in Zweibrücken mit offener Ladenfront, Kunsthandwerk, Spinnrad und kreativ gestaltetem Innenraum.

Bewusstheit in Zweibrücken

Was ist eine Sache, die deine Stadt sofort besser machen würde?

Bewusstheit in Zweibrücken

Bewusstheit würde Zweibrücken aus meiner Sicht vor allem eines bringen: die Bereitschaft, wirklich wahrzunehmen, was in einer Stadt geschieht, wenn Veränderung immer wieder als Störung empfunden wird. Die heutige Frage von WordPress lautet, welche eine Sache unsere Stadt sofort besser machen würde. Und je länger ich darüber nachdenke, desto deutlicher wird mir, dass diese Frage gar nicht so einfach zu beantworten ist. Denn die Antwort hängt sehr stark davon ab, aus welcher Sicht man auf diese Stadt schaut.

Es gibt Menschen, die wahrscheinlich froh sind, wenn wir gehen. Für sie wird Zweibrücken vielleicht tatsächlich angenehmer, wenn etwas verschwindet, das nicht in das gewohnte Bild passt. Menschen, Ideen und Projekte, die Fragen stellen, neue Möglichkeiten zeigen oder einfach anders funktionieren, können unbequem sein. Nicht unbedingt, weil sie etwas gegen andere haben, sondern weil ihre bloße Existenz sichtbar macht, dass Dinge auch anders gedacht und gelebt werden könnten. Genau hier beginnt für mich Bewusstheit. Nicht dort, wo alle einer Meinung sind, sondern dort, wo man sich überhaupt erst einmal erlaubt, genauer hinzuschauen.

Auf der anderen Seite begegnen uns Menschen, die ausdrücklich bedauern, dass wir gehen. Menschen, die unsere Arbeit interessant finden, die wahrnehmen, was hier entstanden ist, und die sagen, dass genau solche Angebote eigentlich fehlen. Für sie ist unser Weggang kein Gewinn, sondern ein Verlust. Und damit wird deutlich, wie gespalten die Wahrnehmung einer Stadt sein kann. Für die einen sind wir zu unbequem, zu anders oder zu wenig angepasst. Für die anderen bringen wir genau das mit, was sie vermissen: neue Gedanken, neue Möglichkeiten, Entwicklung und Bewegung.

Eine Stadt besteht schließlich nicht nur aus Straßen, Häusern, Verwaltung, Veranstaltungen und Geschäften. Eine Stadt entsteht durch die Haltung der Menschen, die in ihr leben. Daraus, ob Neues willkommen ist oder zunächst misstrauisch betrachtet wird. Daraus, ob ungewöhnliche Ideen Raum bekommen oder so lange gegen Widerstände laufen, bis ihre Initiatoren irgendwann entscheiden, ihre Kraft lieber an einem anderen Ort einzusetzen. Auch das hat mit Bewusstheit zu tun.

Bewusstheit in Zweibrücken

Wenn ich mir eine Sache wünschen dürfte, dann wäre es deshalb mehr Bewusstheit. Nicht als schönes Wort und nicht als modernes Etikett, sondern als echte Bereitschaft, hinzusehen. Als Bereitschaft, Zusammenhänge wahrzunehmen und sich zu fragen, was eine Stadt langfristig lebendig hält.

Denn gleichzeitig darüber zu klagen, dass Geschäfte schließen, dass Innenstädte leerer werden und dass immer mehr günstige Ketten oder Billigangebote das Bild bestimmen, während neue Ideen kaum Raum erhalten, passt für mich nicht zusammen. Natürlich verändert sich der Einzelhandel überall. Natürlich spielen Internetshopping, hohe Kosten und verändertes Kaufverhalten eine Rolle. Doch eine lebendige Stadt entsteht trotzdem nicht von allein.

Sie braucht Menschen, die etwas ausprobieren. Menschen, die investieren. Menschen, die ungewöhnliche Geschäfte, Ateliers, Projekte, Dienstleistungen, Veranstaltungen und Begegnungsräume schaffen. Menschen, die nicht einfach nur kopieren, was es bereits hundertfach gibt, sondern etwas Eigenes mitbringen.

Und genau diese Menschen müssen das Gefühl haben, dass ihre Energie an diesem Ort überhaupt erwünscht ist.

Vielleicht liegt genau dort die Spaltung, die ich in Zweibrücken immer wieder wahrgenommen habe. Es gibt durchaus Menschen, die neugierig sind. Menschen, die offen reagieren, die stehen bleiben, fragen, schauen und sich freuen, wenn etwas Neues entsteht. Gleichzeitig begegnet einem aber auch ein starkes Festhalten an dem, was bekannt ist. Veränderung wird dann schnell nicht als Möglichkeit gesehen, sondern als etwas, das zunächst einmal stört. Bewusstheit würde an diesem Punkt bedeuten, nicht sofort in Ablehnung zu gehen, sondern erst einmal wahrzunehmen, warum etwas anders ist und was darin vielleicht entstehen könnte.

Wer mit dem Bestehenden zufrieden ist, wird darin wahrscheinlich überhaupt kein Problem erkennen. Wer gerne auf Veranstaltungen geht, die vorhandenen Angebote nutzt und mit seinem persönlichen Alltag zufrieden ist, kann Zweibrücken vollkommen anders erleben. Auch das gehört zur Wahrheit. Die Partyszene mag ihre Orte haben, andere finden genau das schön, was bereits vorhanden ist, und wieder andere interessieren sich schlicht nicht dafür, ob neue Angebote entstehen oder nicht.

Nur erzählen leer stehende Ladenlokale ebenfalls eine Geschichte.

Wenn Geschäfte verschwinden und Vielfalt verloren geht, kann man nicht dauerhaft so tun, als hätte das nichts mit der Atmosphäre einer Stadt zu tun. Menschen entscheiden nicht ausschließlich mit Zahlen darüber, wo sie leben, arbeiten, investieren und etwas aufbauen möchten. Sie spüren auch, ob ein Ort Bewegung zulässt. Sie merken, ob Interesse da ist. Sie merken, ob ihre Ideen willkommen sind. Und sie merken irgendwann auch, wenn sie ihre Kraft permanent dafür einsetzen müssen, überhaupt Raum zu bekommen.

Vielleicht wäre genau das die eine Sache, die unsere Stadt sofort besser machen könnte: Bewusstheit für Entwicklung.

Nicht noch irgendeine kurzfristige Maßnahme, nicht noch die nächste Veranstaltung und nicht noch der Versuch, eine schöne Oberfläche zu schaffen. Sondern die Bereitschaft, sich ehrlich damit auseinanderzusetzen, warum Läden verschwinden, warum Menschen mit Ideen weiterziehen und warum eine Stadt nach außen vielleicht funktioniert, während gleichzeitig immer mehr Vielfalt verloren geht.

Bewusstheit bedeutet dabei nicht, alles Neue automatisch gut zu finden. Sie bedeutet auch nicht, jede Idee unterstützen zu müssen. Sie bedeutet lediglich, nicht schon im ersten Moment die Tür zuzumachen. Sie bedeutet hinzusehen, bevor man ablehnt. Sie bedeutet zu fragen, was verloren geht, wenn diejenigen verschwinden, die anders denken. Und sie bedeutet auch, sich irgendwann ehrlich damit auseinanderzusetzen, warum Menschen ihre Energie lieber an einem anderen Ort einsetzen.

Vielleicht werden manche sagen: Gut, dass sie weg sind.

Andere werden sagen: Schade, dass sie gehen.

Beides kann gleichzeitig wahr sein.

Und wahrscheinlich sagt genau dieser Gegensatz mehr über Zweibrücken aus als jede Hochglanzbroschüre.

Wir gehen nicht mit dem Gedanken, dass hier alles schlecht gewesen wäre. Wir haben Menschen kennengelernt, die unsere Arbeit gesehen, verstanden und wertgeschätzt haben. Gerade deshalb ist die Antwort auf die heutige Frage nicht einfach.

Was würde Zweibrücken sofort besser machen?

Mehr Bewusstheit darüber, dass eine Stadt nicht dadurch lebendig bleibt, dass alles so bleibt, wie es immer war. Sie bleibt lebendig, wenn Menschen den Mut haben, Neues entstehen zu lassen und wenn eine Stadt den Mut hat, diese Menschen nicht erst dann zu vermissen, wenn sie gegangen sind.

Drachenzentrum Ullrich in Zweibrücken mit offener Ladenfront, Kunsthandwerk, Spinnrad und kreativ gestaltetem Innenraum.
Drachenzentrum Ullrich in Zweibrücken – ein Ort für Kunst, Handwerk, Bewusstheit und neue Wege.

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