Yvette Hahmann-Ullrich geht gemeinsam mit ihren Pferden, Angoraziegen, Lamas, Herdenschutzhunden und einer schwarzen Katze auf einem sonnigen Waldweg spazieren.

Mein bester Reisetipp

Was ist dein bester Tipp für günstiges Reisen?



Mein bester Reisetipp ist kein bestimmtes Land, keine Stadt und kein Hotel. Wenn mich jemand fragt, wohin ich am liebsten reise, dann ist meine ehrlichste Antwort: dorthin, wo ich mit meinen Tieren zusammen sein kann und wirklich zur Ruhe komme.

Ich bin in meinem Leben kaum freiwillig verreist. Natürlich war ich unterwegs, wenn es beruflich notwendig war, zu Fortbildungen, Kursen oder Messen. Aber Urlaub im klassischen Sinn, also einfach irgendwohin fahren, um dort Erholung zu suchen, hat für mich nie wirklich funktioniert.

Der Grund dafür ist ziemlich einfach. Meine Tiere gehören für mich zur Familie. Wenn ich irgendwohin fahren würde und sie wären nicht dabei, würde sich das nicht nach Urlaub anfühlen. Es wäre für mich eher so, als würde eine Familie ihre Kinder zu Hause lassen und anschließend versuchen, sich irgendwo anders zu erholen.

Das könnte ich nicht.

Ich würde nicht abschalten. Mir würde ständig etwas fehlen. Ich würde wissen wollen, wie es den Tieren geht, ob sie ruhig sind, ob sie uns suchen und ob alles in Ordnung ist. Für mich wäre die Hälfte meines Lebens nicht dabei. Genau deshalb ist ein Ort für mich nicht automatisch erholsam, nur weil er schön ist.

Mein bester Reisetipp ist dort, wo ich auftanken kann

Wenn ich Kraft brauche, dann brauche ich vor allem Ruhe, Zeit und meine Tiere.

Besonders schön war für mich immer, mit ihnen draußen unterwegs zu sein. Die Ziegen und Lamas gehen gern spazieren, die Pferde ebenfalls. Unsere Herdenschutzhunde gehen mit ihren Tieren mit. Besonders Anka geht ohne ihre Ziegen praktisch nirgendwohin. Das ist keine klassische Gassirunde, sondern gemeinsames Unterwegssein.

Und genau dort beginnt für mich Erholung.

Wenn ich mit meinen Tieren draußen bin, wenn ich keinen Termin im Nacken habe, wenn wir einfach gehen können, dann tanke ich Kraft. Besonders der Wald war für mich immer ein Ort, an dem das gut funktioniert hat.

Deshalb wäre mein persönlicher Reisetipp nicht: Fahr ans Meer. Oder: Fahr in die Berge. Oder: Du musst unbedingt dieses oder jenes Land sehen.

Mein Reisetipp wäre eher: Finde den Ort, an dem dein ganzes Leben mitkommen darf.

Bei mir gehören meine Tiere dazu.

Dass diese Verbindung so eng ist, haben wir oft genug erlebt. Wenn wir beruflich wegfahren mussten und andere Menschen die Tiere versorgt haben, hat das nicht immer funktioniert. Bei einer Fahrt zu einer Messe waren die Ziegen auf einer Weide untergebracht. Wir waren noch nicht einmal in der Schweiz angekommen, da klingelte bereits das Telefon. Die Ziegen machten so lange Theater, bis sie wieder nach Hause kamen.

Als wir zurückkamen, begrüßten sie uns freudestrahlend in der Scheune.

Sie hatten es geschafft, wieder da zu sein, wo sie hinwollten.

Solche Erlebnisse zeigen mir immer wieder, dass unsere Tiere nicht einfach irgendwo stehen und warten, bis wir zurückkommen. Sie leben mit uns. Sie merken, wenn wir fehlen.

Auch bei meinen Fortbildungen war das manchmal sehr deutlich. Bei einem ungefähr zehntägigen Kurs war ich gemeinsam mit meinem Hengst unterwegs. Der Kurs war für ihn und mich gedacht. Und zusätzlich musste eine meiner Katzen mitfahren, weil sie ohne mich nicht gefressen hätte.

Also fuhr ich mit Hengst und Katze zu diesem Kurs.

Natürlich wurde ich angesehen, als wäre das ungewöhnlich.

Für mich war es einfach logisch.

Ein Teil unserer Tiere kam außerdem zu uns, weil sie vorher als verhaltensauffällig galten. Häufig lag das nicht daran, dass sie schwierig waren, sondern daran, dass die Menschen nicht verstanden hatten, was sie mit ihrem Verhalten ausdrücken wollten. Bei uns hat sich vieles davon verändert, weil wir anders mit ihnen umgegangen sind.

Dadurch ist natürlich auch Bindung entstanden.

Deshalb brauche ich für Erholung keinen möglichst weit entfernten Ort. Ich brauche einen Ort, an dem ich mich vollständig fühle.

Nach unserem Umzug wird sich manches verändern. Der Wald wird nicht mehr in derselben Form direkt da sein. Also werden wir neue Wege suchen. Vielleicht werden es Felder, andere Wanderstrecken oder Orte, die wir erst noch kennenlernen.

Aber das Ziel bleibt dasselbe.

Mein bester Reisetipp ist deshalb: Suche nicht den Ort, der auf Bildern am schönsten aussieht. Suche den Ort, an dem du wirklich auftankst.

Für mich ist das dort, wo meine Tiere sind.

Yvette Hahmann-Ullrich geht gemeinsam mit ihren Pferden, Angoraziegen, Lamas, Herdenschutzhunden und einer schwarzen Katze auf einem sonnigen Waldweg spazieren.
Mein bester Reisetipp: Dort sein, wo meine Tiere sind und wir gemeinsam unterwegs sein können.

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