Welches Versprechen an dich selbst hast du wirklich gehalten?
Es ist die Entscheidung, die Notbremse zu ziehen. Und zwar für die unheilvollen Schleifen und Traumata zweier kompletter Familienlinien.
Jahre– und jahrzehntelang haben mir meine Tiere glasklar und unbestechlich gespiegelt, was auf diesem Weg lag und was dringend transformiert werden musste. Sie haben mir gezeigt, wo die Ahnenkette so grausam zerstört war, dass vor lauter Schmerz niemand mehr erkennen konnte, wer da eigentlich was für wen getragen oder geübt hat. Durch die Tiere konnte ich diese verstrickten Dynamiken heute endlich bündeln, durcharbeiten und neutralisieren.
Die wohlfeilen Ratschläge der anderen
Auf diesem Weg gab es immer wieder zwei Arten von Stimmen von außen:
Die einen sagten leichtfertig: „Das musst du doch gar nicht tragen! Trenn dich doch einfach davon, lass das Alte hinter dir und mach dein eigenes Ding.“ Als wäre jahrelang gewachsenes Generationentrauma etwas, das man wie einen zu schweren Mantel einfach an der Garderobe abgibt.
Die anderen meinten weise nickend: „Tja, in jeder Familie gibt es eben diesen einen ‚Sündenbock‘ oder Erlöser, der das ganze Thema für alle aushalten muss.“
Doch bevor all diese Ratschläge, Meinungen und Bewertungen von außen überhaupt in mein Leben traten, hatte ich meine eigene, ganz bewusste Entscheidung längst getroffen.
Nicht umsonst
Ich habe hingesehen. Ich habe das Ausmaß dessen erkannt, was meine Familie vor mir durchleiden musste. Und ich habe mir gesagt: Das, was sie getragen haben, war so tiefgreifend – das darf nicht umsonst gewesen sein.
Ich wollte es nicht einfach ignorieren oder wegschneiden. Ich wollte es durchziehen, bis es wirklich aufgelöst, verarbeitet und in etwas Heilvolles transformiert war. Erst als dieser Punkt erreicht war, konnte ich vollkommen klar sagen: Stopp. Bis hierher und nicht weiter.
Die 16 Jahre zu mir selbst
Jetzt ist Schluss mit dem Erbe des Schmerzes. Jetzt möchte ich mein ganz eigenes Leben leben.
Dass von diesem Entschluss bis zur echten Umsetzung noch einmal 16 Jahre vergingen, gehört zur Wahrheit dazu. So lange hat es gedauert, bis das Fundament so stabil war, dass das Alte keinerlei Zugriff mehr auf mein Heute hat.
Aber ich habe mein Versprechen gehalten. Die Kette zweier Ahnenreihen ist durchbrochen. Das Alte hat keine Macht mehr – und der Raum gehört jetzt ganz meinem eigenen Weg.

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