Welcher Gegenstand hat für dich einen besonderen emotionalen Wert?
Altardecken – Unbezahlbare Lebenswege
Altardecken sind für mich die wertvollsten Gegenstände, die ich besitze. Und damit meine ich nicht ihren materiellen Wert, obwohl meine Arbeiten durchaus ihren Preis haben. Ich spreche von einem Wert, der sich weder in Euro berechnen noch mit irgendeinem Preisschild versehen lässt.
WordPress fragt mich heute, welcher Gegenstand für mich einen besonderen Wert hat. Eine interessante Frage für jemanden, der sein Leben lang mit Kunst, Tieren, Spiritualität und der Gestaltung seiner eigenen Wirklichkeit beschäftigt ist.
Andere Menschen würden vielleicht ihren Ehering nennen, ein geerbtes Schmuckstück, eine alte Fotografie oder den Schlüssel zu ihrem Traumhaus.
Ich? Ich nehme eine Decke.
Nein, keine Kuscheldecke vom Möbelmarkt. Auch keine Wolldecke, die man sich bei schlechtem Wetter über die Knie zieht.
Wobei ich gegen eine warme Decke grundsätzlich nichts einzuwenden habe.
Meine Altardecken sind allerdings von einer ganz anderen Art.
Sie sind Kunstwerke, Meditationsräume, energetische Begleiter und vor allem Werkzeuge meiner persönlichen Realitätsgestaltung.
Und sie sind unbezahlbar.
Altardecken als Lebenswege
Wer meine Arbeiten zum ersten Mal betrachtet, sieht vielleicht zunächst Farben, Stoffe, Symbole, Blätter, Linien und kunstvolle Anordnungen.
Manche Menschen sehen wunderschönes Kunsthandwerk. Andere fragen sich vermutlich, warum eine erwachsene Frau so viel Zeit damit verbringt, Stoffe zu gestalten, anstatt einfach eine fertige Tischdecke zu kaufen.
Nun ja. Eine Tischdecke kann ich kaufen.
Meinen Lebensweg nicht.
Und genau darin liegt der Unterschied.
Wenn ich eine meiner Altardecken gestalte, entsteht nicht einfach ein dekorativer Gegenstand. Ich arbeite mit inneren Bildern, mit meinen Wünschen, meinen Erfahrungen und den Möglichkeiten, die ich in mein Leben einladen möchte.
Was zunächst als Vorstellung in mir vorhanden ist, bekommt eine sichtbare Form.
Ein Gedanke wird zu einem Symbol. Ein Gefühl findet seine Farbe. Eine Erkenntnis bekommt ihren Platz. Und irgendwann liegt vor mir etwas, das zuvor nur in meinem Inneren existiert hat.
Das ist für mich ein wesentlicher Bestandteil meiner Realitätsgestaltung.
Ich kann auf diesen Decken festhalten, was ich leben möchte. Ich kann meine Absichten darauf fixieren, sie weiterentwickeln und ihnen immer wieder neue Aufmerksamkeit schenken.
Dabei geht es nicht darum, einmal etwas Schönes zu gestalten und anschließend darauf zu warten, dass das Universum den Rest erledigt.
So bequem wäre das natürlich auch mal!
Aber meine Altardecken sind lebendige Arbeitsräume. Sie begleiten Entwicklungen, Veränderungen und Entscheidungen.
Manche entstehen über lange Zeiträume. Andere verändern sich mit meinen Erkenntnissen. Wieder andere tragen bereits abgeschlossene Lebensabschnitte in sich.
Jede einzelne erzählt eine Geschichte.
Und diese Geschichten sind meine.
Wenn ich meditiere, sind meine Altardecken ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit. Sie helfen mir, meine Aufmerksamkeit zu sammeln, mich mit meinen inneren Bildern zu verbinden und meine Gedanken auf das auszurichten, was für mich Bedeutung hat.
Gerade in bewegten Zeiten empfinde ich diese Arbeit als beruhigend.
Während draußen die Welt manchmal den Eindruck vermittelt, als hätte jemand sämtliche Ordnungssysteme gleichzeitig aus dem Fenster geworfen, finde ich in meiner künstlerischen Arbeit einen Raum, in dem ich bewusst gestalten kann.
Hier darf etwas entstehen.
Hier darf sich etwas verändern.
Hier kann ich meinen Blick auf das richten, was wachsen soll.
Besonders faszinierend finde ich, wie sich die Bedeutung einzelner Symbole im Laufe der Zeit entfaltet.
Ein Blatt ist eben nicht immer nur ein Blatt.
Ein Baum kann für Verwurzelung, Beständigkeit und Wachstum stehen. Eine Spirale kann Bewegung ausdrücken. Ein Vogel kann Freiheit, Überblick oder eine Botschaft verkörpern.
Und manchmal entdecke ich erst während der Arbeit, weshalb ein bestimmtes Element genau an diesen Platz gehört.
Das ist einer der Gründe, weshalb ich meine Altardecken niemals einfach als fertige Dekoration betrachte.
Sie sind Ausdruck eines Prozesses, den ich selbst durchlebe.
In meinen Arbeiten verbinden sich Kunst, Spiritualität, Bewusstsein und persönliche Entwicklung miteinander.
Ich muss dabei niemanden davon überzeugen, dass er meine Erfahrungen genauso wahrnehmen soll wie ich.
Es wird immer Menschen geben, die darin ausschließlich schöne Handarbeit sehen.
Das dürfen sie gerne.
Andere werden vielleicht erkennen, dass sich hinter den Farben und Symbolen wesentlich mehr verbirgt.
Und wieder andere werden neugierig, weil sie selbst spüren, dass Kunst eine tiefere Bedeutung für ihr eigenes Leben bekommen kann.
Für mich ist besonders wichtig, dass meine Altardecken nicht austauschbar sind.
Ich könnte ein Gemälde verkaufen, eine neue Leinwand gestalten oder ein weiteres Kunstwerk erschaffen.
Aber eine Decke, auf der ich über lange Zeit meine persönlichen Entwicklungen, Visionen und Lebensabsichten festgehalten habe, lässt sich nicht einfach ersetzen.
Selbst wenn ich dieselben Materialien noch einmal verwenden würde, entstünde nicht dasselbe Werk.
Denn ich wäre inzwischen nicht mehr derselbe Mensch.
Und genau das macht diese Arbeiten so besonders.
Sie bewahren nicht nur Erinnerungen an das, was gewesen ist. Sie tragen auch meine Vorstellungen von dem, was werden darf.
In ihnen begegnen sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Wenn ich heute auf eine meiner Decken schaue, sehe ich deshalb nicht nur das fertige Kunstwerk.
Ich erkenne Entscheidungen, Erkenntnisse, Veränderungen und manchmal auch Wege, deren Bedeutung ich erst viel später vollständig verstanden habe.
Das macht sie für mich zu einem sehr persönlichen Schatz.
Vielleicht ist das überhaupt der größte Unterschied zwischen einem wertvollen Gegenstand und einem unbezahlbaren Gegenstand.
Ein wertvoller Gegenstand besitzt einen Preis.
Ein unbezahlbarer Gegenstand besitzt eine Bedeutung, die kein Geld ersetzen kann.
Meine Altardecken gehören für mich eindeutig zur zweiten Kategorie.
Sie sind mein künstlerischer Ausdruck, meine Begleiter in der Meditation, meine Orte der inneren Ruhe und meine Werkzeuge, um meinen Lebensweg bewusst zu gestalten.
Und während andere Menschen ihre wertvollsten Besitztümer vielleicht in einem Tresor aufbewahren, breite ich meine aus, setze mich davor und arbeite damit.
Eigentlich eine ziemlich praktische Angelegenheit.
Denn was nützt mir der größte Schatz, wenn ich ihn nur einschließe und niemals mit ihm lebe?
Meine Schätze dürfen sichtbar sein. Sie dürfen sich verändern, mich begleiten und mit mir wachsen.
Und vielleicht ist das die schönste Antwort auf die heutige Frage von WordPress:
Der wertvollste Gegenstand in meinem Leben ist nicht unbedingt derjenige, den ich am teuersten verkaufen könnte.
Es ist derjenige, in dem ich meinen eigenen Lebensweg wiederfinde.
Und davon besitze ich gleich mehrere.
Zum Glück braucht man für unbezahlbare Schätze nicht unbedingt einen Tresor.
Manchmal reichen Stoff, Farben, Symbole, zwei geschickte Hände und eine ganze Menge Herz.

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