Yvette mit Tinker, Pony, Lama und Angoraziegen zwischen Winter und Spätsommer, umgeben von Äpfeln, Sense und Schubkarre unter einem leuchtenden goldenen Drachen.

Fitness im Alltag

Welche fünf einfachen Übungen kannst du zu Hause machen?

Fitness im Alltag bedeutet für mich etwas völlig anderes als ein festes Trainingsprogramm mit fünf Übungen, Wiederholungen und einem Plan, der unabhängig davon abgearbeitet wird, was draußen gerade geschieht. Für nichts und niemand würde ich das körperliche Pensum, das zu meinem normalen Leben gehört, anschließend noch einmal künstlich in einem Fitnessstudio nachbauen. Mein Körper bewegt sich nicht losgelöst vom Leben. Bewegung entsteht durch Tiere, Jahreszeiten, Arbeit, Wege, Wetter, Erde und durch die Verbindung mit dem Ort, an dem ich gerade bin.
Dabei ist auch nicht jeder Tag gleich. Noch nicht einmal jede Jahreszeit ist gleich.
Im Winter sieht mein körperlicher Alltag anders aus als im Sommer. Wenn Frost herrscht und Wasser nicht auf die gewohnte Weise zur Verfügung steht, wird Wasser getragen. Dann bekommen volle Eimer plötzlich eine ganz eigene Bedeutung für Arme, Schultern, Rücken und Beine. Im Sommer dagegen gehört genau das nicht automatisch zum Alltag. Dafür entstehen andere Aufgaben.
Wenn die Äpfel fallen, werden sie aufgesammelt, bevor die Pferde auf einmal zu viele davon fressen. Das klingt zunächst nach einer kleinen Tätigkeit. Wer allerdings immer wieder bückt, aufhebt, trägt, Wege zurücklegt und dabei gleichzeitig mehrere Tiere und die Umgebung im Blick behält, merkt sehr schnell, dass auch darin Bewegung steckt.
Und selbst das Gras folgt keinem Trainingskalender.
Dieses Jahr war es aufgrund der Trockenheit nur im Frühjahr nötig, Gras mit der Sense zu mähen. In einem anderen Jahr kann das vollkommen anders aussehen. Genau deshalb würde es sich für mich merkwürdig anfühlen, daraus eine starre Fitnessroutine zu machen. Die Natur entscheidet mit.
Fitness im Alltag und Erdung
Für mich gehört zu Bewegung noch etwas anderes: Erdung.
Wenn ich draußen bin, auf dem Boden stehe, mich bewege, mit den Tieren arbeite oder einfach bewusst wahrnehme, verbindet sich für mich die körperliche Bewegung mit der Erde und dem Erdmagnetfeld. Diese Verbindung ist Teil meiner eigenen Wahrnehmung und meiner spirituellen Praxis.
Das ist etwas völlig anderes, als auf einem Gerät zu stehen und Bewegungen zu wiederholen, nur weil ein Trainingsplan sie vorgibt.
Der Boden ist real.
Das Wetter ist real.
Das Tier neben mir ist real.
Mein eigener Körper ist real.
Und während all das miteinander in Kontakt kommt, entsteht ein Rhythmus, der sich nicht vollständig planen lässt.
Auch Meditation gehört deshalb ganz selbstverständlich zu meiner Routine. Für mich stehen Meditation und körperliche Bewegung nicht gegeneinander. Das eine führt nach innen, das andere bewegt durch den Raum, und manchmal ist die Grenze dazwischen ohnehin kaum vorhanden.
Mit einer Sense durch Gras zu gehen kann einen Rhythmus entwickeln, der beinahe meditativ wird. Mit einem Tier über einen Weg zu gehen verlangt Aufmerksamkeit im Augenblick. Selbst eine scheinbar einfache Arbeit kann mich sehr unmittelbar mit meinem Körper, dem Boden und meiner Umgebung verbinden.
Genau dort sitzt für mich die Drachenmagie.
Nicht als Dekoration über einem Fitnessprogramm.
Sie entsteht darin, wie Leben, Körper und Umgebung ineinandergreifen.
Und auch diese Bewegung hat ihre Zeiten.
Wenn das Leben in eine Terrorzeit gerät, pausiert mein eigentliches Training. Dann geht es nicht darum, irgendeine sportliche Leistung trotzdem durchzuziehen oder einem Plan zu beweisen, dass ich diszipliniert genug bin. Die notwendige Versorgung und der Alltag bleiben bestehen, aber zusätzliches Training darf ruhen.
Auch das gehört für mich zu einem bewussten Umgang mit dem eigenen Körper.
Normalerweise gibt es darüber hinaus noch viele andere Formen von Bewegung. Mit Pferden, Ponys oder Lamas unterwegs zu sein gehört dazu. Mit einem Tier zu laufen ist ohnehin etwas anderes als eine Strecke auf einem Laufband zurückzulegen. Zwei Körper begegnen sich. Geschwindigkeit verändert sich. Aufmerksamkeit verändert sich. Balance, Reaktion und Wahrnehmung kommen hinzu.
Im Moment gehört auch das Fahrradfahren noch zu meinem Alltag. Ich fahre damit zur Arbeit und derzeit sogar mit unserem kleinsten wilden Hengst, dem Pony, am Fahrrad. Das ist vermutlich eine Trainingsform, die sich nur schwer sinnvoll in einem Fitnessstudio nachbauen ließe.
Und auch diese Bewegung wird sich wieder verändern.
Wenn wir endlich am Hof sind, wird aus einem Teil des Fahrradfahrens vermutlich Treppensteigen.
Dann sind es andere Wege, andere Bewegungen, andere Muskeln und ein anderer Tagesrhythmus.
Genau das gefällt mir an Fitness im Alltag.
Sie lebt.
Sie verändert sich mit dem Ort.
Sie verändert sich mit den Jahreszeiten.
Sie verändert sich mit den Tieren.
Und sie verändert sich auch mit mir.
Deshalb könnte ich gar nicht sagen, dass ich zu Hause fünf bestimmte Übungen mache. An einem Wintertag gehören vielleicht schwere Wassereimer dazu. Im Sommer sind es ganz andere Arbeiten. In einer Apfelzeit sammle ich Obst von den Flächen. Im Frühjahr kann die Sense zum Einsatz kommen. An einem anderen Tag entstehen Bewegung und Körperspannung durch ein Pferd, ein Pony oder ein Lama.
Und mitten darin gibt es immer wieder den Gegenpol der Meditation.
Vielleicht ist genau das meine Form von Fitness im Alltag: nicht den Körper aus meinem Leben herauszunehmen, um ihn anschließend separat zu trainieren, sondern ihn wieder als Teil dieses Lebens wahrzunehmen.
Mit Erde unter den Füßen.
Mit Tieren an meiner Seite.
Mit wechselnden Jahreszeiten.
Mit Kraft und Ruhe.
Mit Bewegung und Meditation.
Und mit einer Drachenmagie, die nicht irgendwo zusätzlich hineingestreut werden muss, weil sie längst in der Verbindung zwischen Körper, Erde und Leben vorhanden ist.

Yvette mit Tinker, Pony, Lama und Angoraziegen zwischen Winter und Spätsommer, umgeben von Äpfeln, Sense und Schubkarre unter einem leuchtenden goldenen Drachen.
Fitness im Alltag folgt keinem Trainingsplan. Sie entsteht zwischen Tieren, Erde, Jahreszeiten, Bewegung und Drachenmagie.

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