Welche SEO-Strategien nutzt du?
SEO-Strategie trifft Wirklichkeit
SEO-Strategie – ein wunderbares Wort, das WordPress mir heute Morgen wieder einmal vor die Füße geworfen hat. Was ist eigentlich meine SEO-Strategie? Gute Frage! Wenn ich das so genau wüsste, hätte ich vermutlich längst einen Bestseller darüber geschrieben, würde gemütlich auf meinem Hof sitzen und könnte meinen Tieren erklären, dass sie ihr Heu ab sofort aus Suchmaschinenoptimierung bezahlen dürfen.
Leider funktioniert das nicht ganz so einfach. Mein Heulieferant möchte Geld, der Stromversorger ebenfalls, und erstaunlicherweise hat noch niemand angeboten, meine Rechnungen gegen Reichweite, Likes oder spirituelle Erkenntnisse einzutauschen.
Dabei scheint heutzutage jeder etwas von einem wissen zu wollen. WordPress möchte meine Gedanken, Facebook meine Bilder, Suchmaschinen meine Schlüsselwörter und die digitale Welt möglichst täglich frische Inhalte. Natürlich kostenlos. Schließlich geht es ja um Sichtbarkeit!
Und Sichtbarkeit ist bekanntlich unbezahlbar. Zumindest so lange, bis man feststellt, dass man davon tatsächlich nichts bezahlen kann.
Seit Jahren entwickle ich meine Arbeit, gestalte Kunstwerke, begleite Menschen und Tiere, sammle Erfahrungen und verwandle Erlebtes in etwas Greifbares. Daraus entstehen Geschichten, Bilder, Erkenntnisse und manchmal auch ziemlich ungewöhnliche Kunstwerke. Alles verbunden mit dem Drachenzentrum Ullrich, das weit mehr ist als eine gewöhnliche Sammlung von Angeboten.
Inzwischen stehen meine Arbeiten und Angebote auch international im Raum. Kunstportfolios werden verschickt, Kontakte geknüpft, Kampagnen geschaltet und Webseiten mit Inhalten gefüllt. Ich bin also keineswegs unsichtbar.
Nur mein Bankkonto hat offenbar beschlossen, bei dieser Entwicklung vorerst nicht mitzumachen.
SEO-Strategie zwischen Kunst und Kontostand
Besonders unterhaltsam wird die ganze Angelegenheit, wenn ich mich traue, meine Kunst öffentlich zu zeigen.
Kaum habe ich eines meiner Werke präsentiert, begegnen mir auf Facebook plötzlich Künstler, bei denen ich nur staunen kann. Fantastische Ausarbeitungen, beeindruckende Techniken, eine handwerkliche Präzision, bei der selbst ein besonders kritischer Drache vermutlich anerkennend mit dem Schwanz wedeln würde.
Und dann schaue ich auf meine eigenen Arbeiten.
Da muss ich nicht so tun, als könnte ich diesen Menschen handwerklich in jeder Hinsicht das Wasser reichen. Das kann ich nicht. Jedenfalls nicht in allen Disziplinen, die mir da präsentiert werden. Ich sehe durchaus, was andere beherrschen, wie sorgfältig sie Details ausarbeiten und welches Können in ihren Werken steckt.
Ich bewundere das sogar.
Merkwürdig bleibt allerdings, wie regelmäßig mir diese großartigen Beispiele ausgerechnet dann begegnen, wenn ich selbst mit meiner Kunst sichtbar werde.
Vielleicht ist es der Algorithmus. Vielleicht ist es meine Aufmerksamkeit, die nach einer Veröffentlichung besonders empfindlich auf Vergleiche reagiert. Vielleicht ist es einfach die eigenwillige Komik des Lebens.
Die Wirkung ist jedenfalls bemerkenswert.
Da habe ich gerade etwas Eigenes in die Welt gebracht, und schon eröffnet sich vor meinen Augen eine Galerie dessen, was andere alles besser können.
Vielen Dank auch, Facebook! Ein bisschen Applaus hätte es zwischendurch ebenfalls getan.
Allerdings stellt sich damit eine wesentlich spannendere Frage: Seit wann muss ein Künstler sämtliche Techniken der Welt meisterhaft beherrschen, um mit seiner eigenen Kunst einen Wert zu erschaffen?
Natürlich gehört handwerkliches Können dazu. Es wäre ziemlich albern, das Gegenteil zu behaupten. Wer eine Technik wirklich beherrscht, hat dafür häufig jahrelang geübt, gelernt, verworfen und neu begonnen. Diese Leistung verdient Anerkennung.
Aber Kunst besteht nicht ausschließlich aus technischer Perfektion.
Was wäre denn aus all den eigensinnigen Künstlern geworden, wenn sie ihre Arbeit nur daran gemessen hätten, ob irgendein anderer Mensch einen schöneren Pinselstrich, eine feinere Linie oder eine akkuratere Oberfläche hinbekommt?
Vermutlich hätten wir dann eine Welt voller hervorragend ausgeführter Kopien und erstaunlich wenig eigenständiger Kunst.
Meine Arbeiten entstehen aus meinen Erfahrungen, meinen Begegnungen, meinen Tieren, meinen Drachen und jener Welt, die ich auf meine Weise wahrnehme und gestalte. Manches davon lässt sich hervorragend handwerklich umsetzen. Anderes entwickelt sich während des Arbeitens, verändert seine Gestalt und erzählt am Ende eine Geschichte, die zu Beginn noch niemand kannte.
Das ist keine Entschuldigung für technische Grenzen. Es ist schlicht ein anderer Bestandteil künstlerischer Arbeit.
Und damit wären wir wieder bei der SEO-Strategie.
Denn im Grunde soll ich nun auch noch lernen, meine gesamte Welt so zu formulieren, dass Suchmaschinen sie verstehen, Menschen sie finden und möglichst viele Besucher auf meinen Webseiten landen.
Schlüsselwort hier, Bildbeschreibung dort, ein passender Titel, ein interessanter Textauszug und selbstverständlich genügend Wörter, damit der digitale Türsteher zufrieden nickt.
Ich kann mittlerweile ziemlich viele dieser Anforderungen erfüllen. Aber irgendwann frage ich mich schon, ob die Suchmaschine eigentlich mich finden soll oder ich mich in der Suchmaschine verlieren.
Besonders dann, wenn wieder einmal nach meinem Wissen gefragt wird, das ich bereitwillig in einen Beitrag verwandle, während nebenan die nächste Rechnung wartet.
Denn Wissen ist Arbeit. Kunst ist Arbeit. Auch das Entwickeln eines außergewöhnlichen Angebots ist Arbeit, lange bevor ein erster Kunde dafür bezahlt.
Und genau da liegt für mich der eigentliche Knackpunkt.
Es reicht nicht, Menschen zu erreichen, die gerne schauen, lesen und anschließend wieder verschwinden. Es reicht auch nicht, wenn jemand begeistert feststellt, wie interessant das alles ist, und anschließend fragt, ob er unverbindlich einmal vorbeikommen könne.
Unverbindlichkeit bezahlt weder Heu noch Strom noch die vielen Stunden, die in einem Werk oder einer Beratung stecken.
Meine SEO-Strategie hat deshalb einen ziemlich handfesten Kern: Ich möchte mit meiner Arbeit diejenigen erreichen, die nicht nur ihren Wert erkennen, sondern auch bereit sind, diesen Wert angemessen zu bezahlen.
Menschen, die eine professionelle Begleitung buchen. Menschen, die Kunst nicht nur bestaunen, sondern erwerben oder in Auftrag geben. Menschen, die verstehen, dass hinter einem außergewöhnlichen Projekt nicht nur eine schöne Idee steht, sondern ein ganzes Leben voller Erfahrungen, Können und Einsatz.
Das bedeutet nicht, dass jeder Leser Kunde werden muss. Aber es bedeutet, dass ich meine Arbeit nicht auf Dauer ausschließlich dafür einsetzen möchte, kostenlose Unterhaltung und Erkenntnisse zu liefern.
Vielleicht ist das ja die eigentliche Herausforderung unserer digitalen Zeit: Wir haben gelernt, Aufmerksamkeit zu erzeugen, und dabei beinahe vergessen, dass Aufmerksamkeit allein noch keine wirtschaftliche Grundlage bildet.
Man kann tausend Menschen erreichen, die begeistert applaudieren, und trotzdem am Abend überlegen, womit man die nächste Rechnung bezahlt.
Oder man erreicht einen einzigen Menschen, der wirklich versteht, was angeboten wird, und einen entsprechenden Auftrag erteilt.
Welcher Kontakt ist wohl der wertvollere?
Ich glaube, ich habe damit meine Antwort auf die WordPress-Frage gefunden.
Meine SEO-Strategie besteht nicht darin, mich möglichst perfekt an einen Algorithmus anzupassen oder mit jedem großartigen Künstler auf Facebook konkurrieren zu wollen.
Sie besteht darin, meine eigene Handschrift sichtbar zu machen, meine Angebote klar zu positionieren und aus Aufmerksamkeit endlich auch wirtschaftliche Resonanz entstehen zu lassen.
Und falls WordPress morgen wissen möchte, was mein größter beruflicher Wunsch ist, hätte ich sogar eine ganz einfache Antwort:
Dass irgendwann nicht nur meine Schlüsselwörter auf Platz eins stehen, sondern auch die Bezahlung meiner Arbeit einen festen Platz in der Wirklichkeit bekommt.
Denn meine Drachen können zwar fliegen, meine Gedanken manchmal ebenfalls – aber meine Rechnungen bestehen nach wie vor auf einer ausgesprochen irdischen Lösung.

Sichtbarkeit ist schön, Applaus auch – aber meine Tiere bestehen weiterhin auf echtem Futter statt auf Likes. Willkommen in der wunderbaren Welt zwischen Kunst, SEO und Kontostand!
