Welches Land steht ganz oben auf deiner Bucket List?

Deutschland neu erleben
Deutschland ist mein Bucketlist-Land Nummer eins. Nicht, weil ich hier noch jede Sehenswürdigkeit besuchen, jeden Berg besteigen oder sämtliche regionalen Spezialitäten durchprobieren möchte. Obwohl sich bei manchen Spezialitäten durchaus die Frage stellt, ob sie als kulinarisches Erlebnis oder als Mutprobe gedacht sind. Nein, meine Antwort hat einen ganz anderen Hintergrund. Ich möchte in Deutschland etwas erleben, das auf keiner gewöhnlichen Bucketlist steht: eine Veränderung, die nicht nur versprochen, sondern tatsächlich gelebt wird.
Normalerweise schreibt man auf eine Bucketlist all die Dinge, die man irgendwann einmal sehen, ausprobieren oder erleben möchte. Ferne Länder, traumhafte Strände, exotische Tiere und Sonnenuntergänge, bei denen selbst der kitschigste Liebesfilm vor Neid erblassen würde. Ich dagegen wünsche mir etwas, das eigentlich selbstverständlich sein sollte: Menschen, die einander leben lassen, die Verantwortung für ihr Handeln übernehmen und die den Unterschied zwischen Wahrheit und einer geschickt zurechtgebogenen Geschichte noch erkennen.
Das klingt zunächst nicht besonders exotisch. Andererseits könnte es sich bei genauer Betrachtung durchaus um eine seltene Sehenswürdigkeit handeln.
Deutschland ist ein wunderschönes Land. Es besitzt Landschaften, Geschichte, Kultur, handwerkliches Können und Menschen mit erstaunlichen Fähigkeiten. Und trotzdem habe ich immer wieder erlebt, wie viel Lebensenergie verloren gehen kann, wenn Menschen gegeneinander statt miteinander arbeiten. Wenn nicht mehr zählt, was tatsächlich geschehen ist, sondern welche Darstellung sich am lautesten durchsetzt. Wenn aus Möglichkeiten Hindernisse werden und aus dem Wunsch, etwas Sinnvolles aufzubauen, plötzlich ein jahrelanger Hindernislauf entsteht.
Manchmal könnte man meinen, das Leben wäre eine große Theateraufführung, bei der einige Beteiligte ihre Rollen so überzeugend spielen, dass sie irgendwann selbst vergessen, dass es ursprünglich ein Drehbuch gab.
Nur leider sitzen die Menschen, deren Leben davon berührt wird, nicht gemütlich mit Popcorn im Zuschauerraum.
### Deutschland im Wandel
Deutschland braucht aus meiner Sicht nicht noch mehr Menschen, die erklären, warum etwas nicht funktioniert. Es braucht Menschen, die zeigen, wie es funktionieren kann.
Und genau darin liegt meine persönliche Bucketlist.
Ich möchte erleben, dass Menschen wieder lernen, miteinander zu leben, statt sich gegenseitig ihre Möglichkeiten zu nehmen. Dass Tiere nicht lediglich als Besitz oder wirtschaftlicher Faktor betrachtet werden, sondern als fühlende Lebewesen mit eigener Persönlichkeit. Dass Kinder ihre Neugier behalten dürfen, statt möglichst früh in Schubladen sortiert zu werden. Dass Wissen nicht dazu dient, andere kleinzuhalten, sondern ihnen neue Möglichkeiten zu eröffnen.
Vor allem möchte ich erleben, dass Verantwortung wieder eine Bedeutung bekommt, die über schöne Reden hinausgeht.
Wer anderen Menschen Regeln auferlegt, sollte bereit sein, sich selbst an denselben Maßstäben messen zu lassen. Wer Entscheidungen trifft, sollte ihre Auswirkungen verstehen. Und wer von Menschlichkeit spricht, sollte sie auch dann leben, wenn es unbequem wird.
Das wäre doch einmal eine bemerkenswerte gesellschaftliche Attraktion. Ganz ohne Eintrittskarte.
Meine eigene Lebensgeschichte hat mich immer wieder mit Situationen konfrontiert, in denen Erlebtes und seine spätere Darstellung erstaunlich weit auseinanderlagen. Dabei habe ich gelernt, dass ein Ortswechsel allein nicht zwangsläufig etwas verändert. Man kann seine Koffer packen, die Landschaft wechseln und trotzdem dieselben ungelösten Fragen mitnehmen. Die reisen nämlich ausgesprochen preiswert und benötigen nicht einmal zusätzliches Gepäck.
Deshalb ist Deutschland für mich nicht das Land, aus dem ich verschwinden möchte, sondern das Land, in dem ich etwas verändern und aufbauen möchte.
Dabei denke ich auch an ein Erlebnis aus meiner frühen Kindheit. Als dreijähriges Mädchen stand ich gemeinsam mit meiner Urgroßmutter vor einem Trümmerhaufen. Dieses Bild hat mich mein Leben lang begleitet. Später fand es seinen Ausdruck in meiner Kunst. Zwei Altarbilder erzählen von Zerstörung und Wiederaufrichtung. Das eine zeigt, was zerbrochen ist. Das andere zeigt, wie alles wieder seinen Platz findet.
Vielleicht ist genau das die tiefere Bedeutung meiner heutigen Antwort.
Ich möchte nicht mein restliches Leben damit verbringen, immer wieder vor Trümmern zu stehen. Ich möchte erleben, wie aus dem, was Menschen verloren haben, etwas Neues entstehen kann. Nicht indem die Vergangenheit geleugnet wird, sondern indem aus ihr Bewusstsein wächst.
Mit dem Drachenzentrum Ullrich möchte ich einen solchen Lebensraum gestalten. Einen Ort, an dem Menschen und Tiere miteinander lernen, an dem Kunst, Bewusstseinsentwicklung und gelebte Verantwortung zusammenkommen. Einen Ort, an dem Wissen nicht nur theoretisch vermittelt wird, sondern im täglichen Leben erfahrbar ist.
Dazu gehört auch meine Vision einer Schule, die Menschen etwas an die Hand gibt, das sie tatsächlich in ihrem Leben verwenden können. Nicht noch mehr auswendig gelernte Antworten, sondern die Fähigkeit, selbst wahrzunehmen, zu hinterfragen, zu erkennen und bewusst zu handeln.
Deutschland muss dafür nicht erst vollkommen werden. Vollkommenheit wäre ohnehin eine ausgesprochen langweilige Angelegenheit. Wer sollte dann noch etwas entdecken, erschaffen oder dazulernen?
Aber eine Kehrtwende im Bewusstsein wäre ein Anfang.
Ich wünsche mir Menschen, die ihr Land lieben, ohne deshalb die Augen vor seinen Schwierigkeiten zu verschließen. Menschen, die nicht nur kritisieren, sondern selbst etwas erschaffen. Menschen, die Erfolg nicht als Bedrohung empfinden, sondern sich darüber freuen können, wenn auch andere ihren Platz im Leben finden.
Und vielleicht begegnen mir gerade auf diesem Weg Menschen, die eine ähnliche Vorstellung von Zukunft haben. Menschen, die erkennen, dass Veränderung nicht zwangsläufig laut beginnen muss. Manchmal beginnt sie damit, dass jemand etwas anders macht und andere plötzlich feststellen, dass es tatsächlich funktioniert.
Meine Bucketlist besteht deshalb nicht aus einer Sammlung ferner Reiseziele. Sie besteht aus einem Bild, das Wirklichkeit werden darf.
Ein Land, in dem Würde, Freiheit, Eigenverantwortung und Mitgefühl nicht nur schöne Begriffe sind. Ein Land, in dem Menschen ihre Fähigkeiten entfalten können, ohne ständig darum kämpfen zu müssen, überhaupt leben und arbeiten zu dürfen.
Deutschland ist mein Bucketlist-Land Nummer eins, weil ich nicht nur sehen möchte, was dieses Land einmal war oder heute ist. Ich möchte mitgestalten und erleben, was daraus noch werden kann.
Und wenn ich irgendwann auf mein Leben zurückblicke, möchte ich nicht sagen müssen, dass ich vor allem davongelaufen bin, was mich herausgefordert hat.
Ich möchte sagen können: Ich habe hingesehen. Ich habe ausgesprochen, was ich erkannt habe. Ich habe erschaffen, was mir möglich war. Und ich habe vorgelebt, woran ich glaube.
Vielleicht ist das die ungewöhnlichste Bucketlist überhaupt.
Aber mal ehrlich: Für einen schönen Sonnenuntergang muss ich nicht um die halbe Welt reisen. Für eine wirkliche Bewusstseinsveränderung lohnt es sich dagegen, ein ganzes Leben einzusetzen.
Wer diesen Wandel nicht nur beobachten, sondern selbst erleben möchte, findet im Drachenzentrum Ullrich – dem Nest für Mensch und Tier Angebote zur Bewusstseinsentwicklung, Lebensberatung und persönlichen Entfaltung.
Denn Veränderung beginnt dort, wo Erkenntnis ins Leben kommt.
