Blonde Frau zwischen einem weißen und einem schwarzen Araberpferd, wildfarbenem Kaukasischem Owtscharka, schwarzer Katze und weißen Angoraziegen in warmer Abendstimmung. Ein kleiner Drache sitzt daneben. Im Bild steht: „Tiere sprechen längst.“

Tiere sprechen längst

Wenn dein Haustier sprechen könnte: Was würde es als Erstes sagen?



Tiere sprechen längst mit uns, und für mich ist das nichts Außergewöhnliches, sondern ein vollkommen natürlicher Teil unseres gemeinsamen Lebens. Als heute die Frage auftauchte, was unsere Tiere wohl sagen würden, wenn sie sprechen könnten, war mein erster Impuls sofort da: „Es ist alles gut. Es wird alles gut. Wir sind bald zu Hause. Zusammen.“ Genau so fühlt es sich an. Nicht wie ein ausgedachter Satz, den ich einem Tier in den Mund lege, sondern wie etwas, das bereits da ist und nur wahrgenommen werden möchte.

Für mich liegt die eigentliche Frage deshalb auch gar nicht darin, ob Tiere sprechen können. Sie tun es längst. Die Frage ist vielmehr, wie viele Menschen ihnen wirklich zuhören. Denn Tiere müssen nicht erst lernen, sich uns verständlich zu machen. Viel häufiger fehlt auf menschlicher Seite die Bereitschaft oder die Fähigkeit, diese andere Form von Kommunikation wahrzunehmen.

Tom und ich kennen diese Verständigung mit unseren Tieren seit Langem. Für uns gehört sie zum Alltag. Ein Pferd muss keinen vollständigen Satz bilden, ein Hund muss mir keine Erklärung liefern und eine Ziege muss keine Geschichte erzählen. Kommunikation geschieht über viele Ebenen gleichzeitig. Über Verhalten, Körperhaltung, Nähe und Distanz, Stimmung, Blicke, Gedanken, Bilder und Impulse, die plötzlich auftauchen und sehr klar sein können.

Wenn eines unserer Tiere ein Problem hat, kommt häufig zuerst ein Bild. Manchmal zeigt sich eine bestimmte Körperstelle, manchmal eine Situation, manchmal ist es einfach ein deutlicher Gedanke, der plötzlich da ist. Dann schauen wir genauer hin. Und immer wieder zeigt sich, dass genau dort etwas Aufmerksamkeit braucht.

Tiere sprechen längst

Besonders deutlich wird diese Form der Verständigung für mich dadurch, dass Tom und ich unabhängig voneinander ähnliche Impulse bekommen können. Einer von uns spricht etwas aus, und der andere hatte denselben Gedanken oder dasselbe Gefühl bereits vorher. Dadurch wird die Wahrnehmung für uns nicht zu etwas Besonderem oder Mystischem, das ständig erklärt werden müsste. Sie gehört einfach zu unserem Zusammenleben mit den Tieren.

Unsere Tiere melden sich auf dieser Ebene vor allem dann sehr deutlich, wenn etwas nicht stimmt. Solange alles gut ist, müssen sie keine langen Botschaften senden. Dann leben sie einfach. Sie fressen, schlafen, spielen, beobachten, laufen über die Weide oder kommen zu uns, wenn sie Nähe möchten. Wenn jedoch irgendwo etwas aus dem Gleichgewicht gerät, wird die Kommunikation oft klarer.

Das Problem ist deshalb nicht, dass Tiere zu wenig sagen. Das Problem ist eher, dass viele Menschen diese Sprache nicht mehr wahrnehmen oder gar nicht erst ernst nehmen. Wer nur auf gesprochene Worte wartet, wird vieles überhören. Ein Tier kommuniziert nicht schlechter, nur weil es keine menschlichen Sätze bildet. Es kommuniziert anders.

Für mich beginnt echtes Zuhören deshalb viel früher. Bei einem Blick. Bei einer Veränderung im Verhalten. Bei einem Bild, das plötzlich auftaucht. Bei einem Impuls, der keinen offensichtlichen Ursprung hat. Bei dem Gefühl, dass etwas nicht stimmt, obwohl äußerlich zunächst alles normal aussieht.

Natürlich bedeutet das nicht, jeden Gedanken automatisch als Botschaft eines Tieres zu deuten. Es bedeutet, aufmerksam zu sein. Ein Impuls kann ein Hinweis sein. Ein inneres Bild kann dazu führen, genauer hinzusehen. Dann kommen Erfahrung, Beobachtung und die tatsächliche Situation des Tieres dazu. Aus all dem entsteht ein Gesamtbild.

Für Tom und mich ist diese Art der Kommunikation nichts, was wir erst lernen müssten. Sie ist da. Unsere Tiere sprechen mit uns, und wir hören ihnen zu.

Vielleicht ist genau deshalb die heutige Frage für mich anders herum zu beantworten. Nicht: Was würden unsere Tiere sagen, wenn sie sprechen könnten?

Sondern: Was sagen sie längst, wenn jemand bereit ist, ihnen zuzuhören?

Und mein erster Impuls auf diese Frage bleibt derselbe:

Es ist alles gut.

Es wird alles gut.

Wir sind bald zu Hause.

Zusammen.

Blonde Frau zwischen einem weißen und einem schwarzen Araberpferd, wildfarbenem Kaukasischem Owtscharka, schwarzer Katze und weißen Angoraziegen in warmer Abendstimmung. Ein kleiner Drache sitzt daneben. Im Bild steht: „Tiere sprechen längst.“
Tiere sprechen längst – die entscheidende Frage ist, ob Menschen bereit sind, ihnen wirklich zuzuhören.