Collage aus detailreichen Arbeiten des Kunsthandwerks: handbestickte Altardecken, ornamentale Stickerei, florale Motive, figürliche Bildstickerei und bestickte Festkleidung in intensiven Farben, als Beispiele jahrzehntelanger künstlerischer Textilarbeit.

Was 30 Jahre Kunsthandwerk mich über Wert gelehrt haben

Wenn ein Faden reißt, werfe ich nicht das Werk weg. Ich suche die Spannung. Ich schaue, wo etwas nach Korrektur verlangt. So arbeite ich seit über drei Jahrzehnten. Mit Nadel und Faden. Mit Leder. Mit Textilien. Mit bildnerischen Arbeiten, die nicht bloß dekorativ sind, sondern aus einem künstlerischen Prozess entstehen. Und ja, ich arbeite derzeit an Altardecken. Aber das ist nur ein Teil meines Weges. Was viele nicht wissen: Ich fertige seit vielen Jahren auch besondere Festkleidung und textile Einzelstücke im Auftrag. Gewänder, Mäntel, Ensembles, Stücke für besondere Anlässe. Nicht von der Stange. Nicht reproduzierbar. Nicht zweimal gleich. Manche dieser Arbeiten brauchen Monate. Manche über ein Jahr. Weil echtes Kunsthandwerk Zeit braucht. Weil Luxus nicht dort entsteht, wo etwas schnell verfügbar ist, sondern dort, wo künstlerische Erfahrung, Materialwissen, Gestaltung und Hingabe in einem Werk zusammenkommen. Wer so ein Stück bei mir in Auftrag gibt, bekommt kein Produkt. Er bekommt ein Unikat. Ein Werk, das in dieser Form nur ein einziges Mal existiert. Und ja, wenn ich einen solchen Auftrag annehme, ruht in dieser Zeit anderes. Denn solche Arbeiten entstehen nicht nebenbei. Sie verlangen Präsenz. Das ist auch der Grund, warum ich solche Aufträge nur sehr ausgewählt annehme. Denn hier geht es nicht um Masse. Sondern um etwas, das selten geworden ist: echtes, langsames, hochrangiges Kunsthandwerk. Ein handgearbeitetes Einzelstück, in das ein Jahr Arbeit fließt, ist kein „teures Textil“. Es ist ein Kunstwerk. Und ja, Luxus. Weil Zeit Luxus ist. Können Luxus ist. Einmaligkeit Luxus ist. Und weil etwas, das niemand sonst in genau dieser Form erschaffen kann, einen eigenen Wert hat. Vielleicht ist genau das das Wesen von Kunsthandwerk: Nicht Dinge herzustellen. Sondern etwas zu erschaffen, das bleiben darf.

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Ein Drache sitzt in einem warm leuchtenden Atelier und stickt mit Nadel und Faden an einer reich verzierten Decke, umgeben von Garnen, Stoffen und handwerklichen Werkzeugen.

Die meistgestellte Frage: Was haben die Drachen eigentlich mit meinem Kunsthandwerk zu tun?

Diese Frage höre ich seit Jahren.

Und die eigentliche Antwort beginnt mit einem Bild.

Mit einem Drachenbild aus dem Jahr 2000.

Dieses Bild war ein Schlüsselbild.

Damals wusste ich noch nicht, dass es der Beginn eines ganzen Weges werden würde.

Ich hatte zuvor als Kunststudentin gearbeitet, gestickt, gemalt, modelliert — klassische Arbeiten, Porträts, Stillleben, handwerkliche Formen.

Aber mit diesem Bild begann etwas anderes.

Von da an entstanden Bilder nicht mehr nur aus einer Idee.

Sondern aus inneren Bildern.

Aus Wahrnehmung.

Aus Prozessen, die sich erst im Gehen erschlossen.

Und genau deshalb gehören die Drachen zu meinem heutigen Weg.

Nicht als Motiv.

Sondern als Ursprung.

Denn seitdem fließt alles zusammen.

Ob ich mit Nadel und Faden auf Stoff male, Leder bearbeite, modelliere, Airbrush mache oder mit Acryl auf Leinwand arbeite —

es ist nicht getrennt.

Es ist ein Weg.

Und jede Technik macht etwas sichtbar, was sich ausdrücken will.

Manche Bilder haben sich mir sogar zuerst in inneren Zuständen gezeigt, in tiefer Arbeit oder in Hypnosesitzungen.

Dann wurden sie gestaltet.

Und manchmal — Jahre später — wollten sie sich verändern.

Dann musste ich sie übermalen.

Neu verstehen.

Neu darstellen.

Das war nicht immer leicht.

Manchmal war es schmerzhaft.

Aber es gehörte zum Weg.

Denn diese Bilder waren nie einfach „fertige Werke“.

Sie lebten mit.

So wie ein innerer Prozess lebt.

Und genauso verstehe ich heute auch meine Decken, Bilder und Kunstwerke:

Nicht als Dekoration.

Sondern als sichtbare Wegzeichen.

Als Arbeiten, die Entwicklung, Wandlung und innere Erkenntnis in Form bringen.

Der Drache war das erste Schlüsselbild dieses Weges.

Darum gehört er ins Drachenzentrum.

Darum gehört er in meine Kunst.

Und darum gehören auch Handwerk, innere Arbeit und Bewusstseinsarbeit für mich zusammen.

Weil sie nie getrennt waren.

Sie sind ein Weg.

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