Warum diese Art von Beziehung ausstrahlt und warum sie nicht in einem Wochenendkurs vermittelbar ist, ist eigentlich selbstredend.
Das, was hier entstanden ist, ist über Jahrzehnte gewachsen. Nicht aus einer Methode. Nicht aus einem System. Sondern aus gemeinsam gelebter Zeit, aus Ruhe, aus Verlässlichkeit und aus echtem Miteinander.
Viele, die mir schon lange folgen, haben das gesehen. Manche wundern sich vielleicht, weil sich Dinge wiederholen. Weil da wieder ein Pferd steht, das fast genauso aussieht und sich genauso verhält. Früher ganz schwarz, jetzt mit weißer Nase. Jetzt mit Fünfpass und diesem Tor.
Und trotzdem ist es dieselbe Sprache. Dieselbe Ruhe. Dieselbe Klarheit.
Deshalb ähneln sich manche Bilder.
Andere, wie die Tinker jetzt, sind noch nicht so lange da. Und genau da wird es sichtbar. Wie schnell sich etwas verändert, wenn die Umgebung stimmt. Wie Alf zur Ruhe gekommen ist. Wie viel Zufriedenheit in seiner Aufgabe liegt. Wie er seinen Sohn begleitet. Wie sie nebeneinander stehen. Warten. Ohne Druck. Ohne Unruhe.
Aber zur Jungzeit gehört eben mehr dazu.
Die können nicht einfach nur rumzocken und Flötz machen.
Die müssen mitgehen. Ordentlich am Halfter, so wie die Gruppe. Die müssen stehen bleiben können und warten, wenn etwas ist. Die müssen draußen klarkommen, wenn plötzlich irgendwo ein Lkw steht, ein Traktor kommt oder sich die Situation verändert.
Und genau deshalb gehen die Jungen von Anfang an mit raus.
Die werden auch zusammen fertig gemacht. Die Pferde, die zusammen rausgehen, werden auch zusammen vorbereitet. Die Kleinen stehen bei den Großen mit am Platz. Werden zusammen gebürstet, zusammen angezogen.
Und dabei lernen sie.
Stehen bleiben. Warten. Ruhig bleiben.
Ohne Druck. Ohne Hektik. Ohne dass man ihnen etwas übers Knie bricht.
Sondern in Ruhe. In Frieden. In einer Klarheit, die sie verstehen können.
Das sind keine Kleinigkeiten. Und das ist nicht selbstverständlich.
Wir machen das nicht „so nebenbei“. Wir leben so.
Und genau deshalb funktioniert es.
In einem normalen Stall, mit ständigem Wechsel, Trubel, fremden Einflüssen, würde das so nicht entstehen. Diese Tiefe braucht Raum. Ruhe. Zeit. Und ein geschlossenes Miteinander.
Deshalb sind wir unter uns. Und deshalb bleiben wir das auch.
Nicht, weil wir uns abgrenzen wollen. Sondern weil genau hier das entsteht, was man später in diesen Bildern sieht.
Ja, wir verzichten auf vieles. Aber nicht auf das, was wirklich zählt.
Dieses Miteinander ist kein Konzept.
Es ist gelebtes Leben.
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