Pferd und Lama gemeinsam unterwegs auf Feld- und Waldwegen, teils vom Sattel aus fotografiert, Lama läuft neben oder um das Pferd herum.

Warum muss ein Lama am Pferd mitgehen?

Gar nicht.
Genauso wenig, wie es eine Kutsche ziehen muss.

Aber es kann.
Und manchmal ist es das beste Gelassenheitstraining, was es gibt – für das Pferd, für den Menschen und auch für das Lama.

Ein Lama läuft gerne.
Es ist neugierig und möchte etwas erleben.
Es will nicht einfach nur rumstehen.

Heute musste der Eif nach einer Runde laufen.
Und ich hatte meiner Lilly versprochen, dass ich mit ihr eine Runde gehe.

Da der Alf nicht so schnell läuft, habe ich mir gedacht, ich nehme die Lilly einfach mit ihm mit.

Lilly kannte das schon.
Die ist schon mit Haroon gelaufen.

Für Alf war es das erste Mal.

Ich bin dabei nicht einfach nur gelaufen.
Ich habe mich auf ihn draufgesetzt und Lilly ist um ihn herumgelaufen.

Das war für ihn das größte Drama an der ganzen Geschichte.

Ich habe aber nicht einfach gemacht.
Ich habe auf die Stimmen der Tiere gehört und auf meinen Bauch.
Und sind wir vorsichtig die Runde gegangen.

So sehr wie er sich gefürchtet hat, ist er nicht schneller geworden – sondern langsamer.
Als würde er rohe Eier balancieren.

Die junge Dame neben ihm war ihm nicht wirklich geheuer.
Aber er hat das richtig gut gemacht.

Unterwegs war alles dabei:
Menschen, die drängeln mussten.
Hunde, die ihre Themen hatten.
Und auch Menschen, die freundlich waren und sogar ihre Maschinen ausgemacht haben.

Es sind nicht alle unfreundlich.

Und mittendrin der Alf.

Er ist nicht bei uns aufgewachsen.
Er kennt dieses ganze „Theater“ nicht von klein auf.
Er kam erwachsen zu uns, war nicht geritten.

Und in zwei Jahren hat er gelernt,
dass er mich tragen kann,
dass er Ziegen hüten kann,
dass er seinen Sohn durch den Wald bringen kann
und heute auch noch, dass er ein Lama mit durch den Wald führen kann.

Ich finde, das ist eine bemerkenswerte Leistung für so einen zart beseideten Thinkerhengst.

Und wir sind alle gut und zufrieden wieder zu Hause angekommen.


Collage aus neun Fotos: Hengste im freien Spiel, junge Pferde in Bewegung, geführte Spaziergänge mit Pferden, Lamas und Ziegen, gemeinsame Wege im Gelände sowie Alltag einer artübergreifenden Aufzucht- und Trainingsgemeinschaft.

Was Tiere mich über Führung gelehrt haben

Wirkliche Führung hat für mich nichts mit Druck zu tun. Druck erzeugt Anpassung. Vertrauen erzeugt Beziehung. Und das ist nicht dasselbe.

Was ich mit meinen Tieren gelernt habe, ist weit mehr als eine Idee über Führung. Es ist ein über Jahrzehnte gewachsenes System aus Aufzucht, Ausbildung, Beziehung und sozialem Lernen.Ich bilde nicht einfach Pferde aus. Ich ziehe Partner auf.Und ich arbeite nicht nur mit einzelnen Tieren, sondern mit einer sozialen Ordnung, in der ältere Tiere den jüngeren helfen, in ihre Aufgabe hineinzuwachsen. Die Tiere, die heute mit mir arbeiten, helfen mir, die auszubilden, die mir in zehn Jahren helfen werden.Genau darin liegt etwas, das viele im klassischen Pferdebereich kaum kennen. Ausbildung beginnt für mich nicht erst, wenn ein Halfter draufkommt. Sie beginnt mit Sicherheit, Bindung, Verlässlichkeit, gemeinsamem Leben, Spiel, Freiraum und sozialem Lernen.Ein Hengstfohlen lernt bei mir nicht nur von mir. Es lernt von erwachsenen Pferden. Von ruhigen, erfahrenen Tieren, die vormachen, wie Kooperation funktioniert. Und es lernt nicht nur mit Pferden, sondern auch mit Ziegen, Lamas und Hunden. Weil Leben nicht in getrennten Kategorien stattfindet, sondern im Miteinander.Genau deshalb bin ich jahrelang mit meinen Pferden gegangen. Bin mit ihnen spazieren gegangen. Habe Zeit investiert, statt nur Leistung zu verlangen. Habe sie nicht einfach irgendwo stehen lassen und nichts mit ihnen gemacht. Habe sie nicht an fremde Trainer abgegeben, die aus ihnen etwas machen, das ich nicht brauchen kann.

Denn was heute an Vertrauen da ist, ist nicht zufällig entstanden.

Es ist gewachsen. Über Jahre. Über Erfahrung.Auch über Fehler, die ich am Anfang gemacht und selbst wieder korrigiert habe. Ich habe über zwanzig Pferde auf diese Weise aufgezogen und ausgebildet. Und jedes einzelne hat mir gezeigt: Dieses System funktioniert. Nicht, weil Tiere gehorchen. Sondern weil sie freiwillig mitgehen. Weil sie mitarbeiten wollen. Weil sie Freude daran haben. Weil sie nicht denken: Oh Gott, die Alte schon wieder. Sondern eher: Was machen wir heute? Und genau das ist für mich der eigentliche Unterschied.

Viele wollen ein funktionierendes Pferd.

Ich will einen mitdenkenden Partner.

Viele trainieren Verhalten.

Ich entwickle Beziehung.

Viele wollen Kontrolle.

Ich will Kooperation.

Dass ein 850-Kilo-Junghengst heute fein mit mir arbeitet, sich führen lässt, Verantwortung mitträgt und mir gefallen möchte, ist keine Selbstverständlichkeit. Das ist das Ergebnis von Lebensarbeit.

Und daraus entsteht auch mein eigentliches Ausbildungskonzept.

Wenn Menschen mit ihren Tieren zu mir kämen, würde ich nie nur das Pferd trainieren. Immer Mensch und Tier gemeinsam. Denn Partnerschaft lässt sich nicht delegieren. Wenn nur das Pferd etwas lernt und der Mensch nicht, fällt später alles auseinander. Genau deshalb würde bei mir nicht einfach ein Pferd zum Trainer gestellt. Sondern Mensch und Tier würden gemeinsam lernen, wie Beziehung geht. Von Anfang an. Von der Aufzucht bis zur Aufgabe.

Ob Freizeit, Therapie, Ausbildung oder später ein anderer Einsatz, die Grundlage bleibt dieselbe:

Ein Tier wird bei mir nicht gebrochen. Ein Tier wird begleitet. Und vielleicht ist das, was meine Tiere mich über Führung gelehrt haben, nicht nur ein anderes Verständnis von Pferdeausbildung. Sondern ein anderes Verständnis von Beziehung überhaupt.

Menschen im Team erst distanziert und angespannt, später durch goldene Linien verbunden

Teambuilding – warum es in den meisten Teams nicht funktioniert

Teambuilding scheitert selten an fehlenden Methoden.
Es scheitert daran, dass Menschen nicht wirklich im Miteinander sind.

In vielen Teams läuft kein Aufbau.
Es läuft ein Gegeneinander.

Da wird gelästert.
Ideen werden kopiert, statt selbst welche zu entwickeln.
Man gönnt sich nichts.
Man nimmt sich gegenseitig die Energie.

Und nach außen soll es dann „Team“ sein.

Aber ein Team entsteht nicht durch Meetings.
Nicht durch Übungen.
Und auch nicht durch ein gemeinsames Event.

Ein Team entsteht da,
wo Menschen aufhören, sich gegenseitig zu bekämpfen.

Wo sie anfangen, den Wert des anderen stehen zu lassen.
Ohne ihn kleiner zu machen, um selbst größer zu wirken.

Denn genau da liegt der Bruch:
Solange ich Angst habe, dass der andere mir etwas wegnimmt,
kann kein echtes Miteinander entstehen.

Dann arbeite ich nicht mit dem Team.
Dann arbeite ich gegen es.

Und das sieht man überall.
In Betrieben.
In Familien.
Im Großen wie im Kleinen.

Unzufriedenheit ist da.
Aber statt wirklich hinzuschauen,
wird gewartet.

Gewartet, wie sich etwas entwickelt.
Gewartet, ob sich etwas von selbst löst.

Und genau in diesem Warten
bleibt oft das liegen,
was eigentlich längst dran wäre.

Unterstützung kann da sein.
Auch aus Ebenen, die man nicht sieht.
Aber sie ersetzt nicht das,
was hier von Menschen gelebt werden muss.

Ein Team funktioniert nur,
wenn jeder bereit ist, seinen Platz einzunehmen.

Nicht gegen die anderen.
Sondern mit ihnen.

Wenn du dich hier erkennst –
im Druck im Team,
im Gefühl, dass alles gegeneinander läuft
oder dass du selbst längst spürst,
dass es so nicht weitergeht,

dann ist genau das der Punkt,
an dem du nicht stehen bleiben musst.

Du kannst jetzt anfangen,
Dinge zu klären, zu ordnen
und wieder in Bewegung zu bringen.

Du musst damit nicht alleine bleiben.

Ich begleite Menschen genau an solchen Stellen –
ruhig, klar und ohne Druck.
Nicht, um etwas vorzugeben,
sondern damit wieder sichtbar wird,
was in dir oder im Miteinander längst angelegt ist.

Und diese Begleitung ist nicht nur vor Ort möglich.
Wenn es für dich stimmig ist,
kann die Arbeit auch online stattfinden –
unabhängig davon, was im Außen gerade los ist,
auch in Krisenzeiten, in Übergangsphasen
oder dann, wenn Wege, Orte oder Umstände gerade nicht einfach sind.

Danke an alle, die das bereits mittragen –
durch Aufträge, durch Buchungen oder durch Weiterempfehlung.
Es kommt an. Und es hilft, diesen Raum weiter aufzubauen.

https://praxis-fuer-spirituelle-lebensberatung.de/