Für mich beginnt ein Werk nicht im Atelier.
Es beginnt lange davor.Wenn ich Wolle vom Tier nehme, ist sie für mich kein Material.
Sie lebt weiter.
Ich wasche sie.
Ich kämme sie.
Ich zupfe sie auseinander.
Ich färbe, ich koche, ich verarbeite sie.Und manchmal dauert allein dieser Weg ein Jahr.
Manchmal zwei.Das ist kein schneller Prozess.
Das ist ein stiller, meditativer Weg –
und alles, was daraus entsteht, trägt diesen Weg in sich.Meine Arbeiten sind keine Gegenstände.
Sie sind verbunden mit dem Menschen oder dem Wesen,
für das sie entstehen.Und genau hier beginnt auch meine Verbindung zu den Hengsten.
Viele Hengste lernen sehr früh,
dass Nähe für sie nicht vorgesehen ist.
Dass sie funktionieren sollen, kontrolliert werden sollen.Was dabei oft übersehen wird:
Sie sind fein.
Sensibel.
Wahrnehmend bis ins Kleinste.Unsere Hengste zeigen etwas anderes.
Sie dürfen in der Gruppe leben.
Sich bewegen.
Reagieren.
Lernen.Nicht, weil wir etwas Besonderes machen –
sondern weil wir ihnen zurückgeben,
was ihnen zusteht:Pferd zu sein – auch als Hengst.
Diese Verbindung fließt in meine Arbeiten mit ein.
Deshalb arbeite ich nicht nach Vorlage im klassischen Sinne.
Ich arbeite auf Bestellung –
aber nicht auf Knopfdruck.Ich arbeite mit dem, was sich zeigt.
Aus Ausstrahlung.
Aus Charakter.
Aus dem, was zwischen den Ebenen spürbar ist.Und genau darin liegt auch die Grenze:
Ich kann nicht aus jedem Tier das Gleiche machen.
Ein Wesen bringt mit, was es ist.
Und genau das wird sichtbar – nicht etwas anderes.Das ist keine Wertung.
Sondern Ehrlichkeit in der Darstellung.
Deshalb sind meine Arbeiten nichts, was man „einfach so braucht“.
Sie sind etwas, das bleibt.
Etwas, das verbindet.
Etwas, das weiterlebt.Und genau deshalb liegen sie nicht im unteren Bereich.
Weil hier nicht nur Material verarbeitet wird –
sondern Zeit, Wahrnehmung und ein ganzer Weg.Danke an alle, die den Wert darin erkennen
und diesen Weg mittragen –
durch Aufträge, Weiterempfehlen und Vertrauen.
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