Eine übergewichtige Reiterin sitzt auf einem ebenfalls stark übergewichtigen Pferd, das sich gegen das Reiten wehrt und nach oben springt.

Wenn falsches Füttern Tiere krank macht

– und warum Verantwortung beim Menschen beginnt

Ein Problem, über das viel zu selten ehrlich gesprochen wird, ist das Thema Fütterung.

In Deutschland sind sehr viele Pferde und Ponys schlicht zu dick.
Nicht ein bisschen zu rund – sondern krank gefüttert.

Das betrifft besonders viele Ponys und robuste Rassen, die eigentlich dafür gemacht sind, mit wenig Futter auszukommen und sich viel zu bewegen. Stattdessen stehen sie heute oft rund um die Uhr auf üppigen Weiden, bekommen zusätzlich Kraftfutter, Leckerlis und ständig etwas „extra“.

Das Ergebnis sind Tiere, deren Stoffwechsel völlig überfordert ist.

Hufrehe, Stoffwechselkrankheiten und massive Probleme mit Gelenken und Bewegung nehmen immer weiter zu. Bei manchen Rassen kommen zusätzliche Erkrankungen dazu, etwa chronische Haut- und Wucherungsprobleme an den Beinen.

Viele dieser Krankheiten entstehen nicht zufällig.

Sie entstehen, weil Menschen Tiere falsch halten und falsch füttern.

Ein Spiegel, den viele nicht sehen wollen

Auffällig ist dabei ein Muster, das viele Menschen nicht gerne hören.

Sehr häufig sind nicht nur die Tiere übergewichtig – sondern auch ihre Besitzer.

Menschen, die selbst wenig auf Bewegung, Ernährung und körperliche Fitness achten, übertragen genau dieses Verhalten auf ihre Tiere. Das Pony steht den ganzen Tag auf der Weide und frisst, der Mensch bewegt sich selbst kaum – und irgendwann wundert man sich, warum das Tier krank wird.

Besonders absurd wird es dann, wenn schwergewichtige Menschen sich auf viel zu dick gefütterte Ponys setzen und erwarten, dass diese problemlos funktionieren.

Viele dieser Tiere sind körperlich längst überlastet.

Wenn ein Pony sich dann weigert, nicht mehr vorwärts will oder unruhig wird, wird schnell behauptet, das Tier sei schwierig oder schlecht erzogen.

Dabei sagt das Tier oft einfach nur:
Das ist zu viel.

Bewegung statt Dauerfutter

Pferde und Ponys sind Lauftiere.

Ihr Körper ist darauf ausgelegt, sich täglich viele Kilometer zu bewegen und dabei kontinuierlich kleine Mengen Futter aufzunehmen.

Dauerweiden mit energiereichem Gras, kombiniert mit wenig Bewegung, sind für viele Tiere ein direkter Weg in Stoffwechselkrankheiten.

Die Tiere werden schwer, unbeweglich und krank.

Und wieder wird häufig das Tier verantwortlich gemacht – obwohl das Problem beim Menschen liegt, der Haltung und Fütterung bestimmt.

Wenn Besucher die Hausordnung ignorieren

Ein weiteres Problem entsteht dort, wo Menschen Tiere füttern, ohne nachzudenken.

Besucher wollen einem Tier etwas Gutes tun und geben ihm schnell eine Möhre oder ein Leckerli.

Was dabei oft vergessen wird: Pferde leben in einer Herde mit klarer Rangordnung.

Wenn nur ein einzelnes Tier etwas bekommt, entsteht sofort Konkurrenz.

Andere Tiere wollen ebenfalls an das Futter kommen.
Sie drängen, schieben oder versuchen schneller zu sein.

In solchen Situationen kann ein Pony durchaus nach dem Futter schnappen – und plötzlich ist der Finger des Menschen dazwischen.

Dann heißt es wieder:
Das Pony hat gebissen.

Doch die Ursache liegt häufig darin, dass Menschen einfache Regeln nicht einhalten.

Wenn Tiere gefüttert werden, dann geordnet – und für alle.
Oder gar nicht.

Hausordnungen auf Höfen haben genau diesen Sinn:
Konflikte zwischen Tieren zu vermeiden und Menschen zu schützen.

Wer diese Regeln ignoriert, bringt Unruhe in die Herde.

Verantwortung statt Bequemlichkeit

Der Umgang mit Tieren verlangt Verantwortung.

Das bedeutet:

  • Tiere artgerecht zu füttern
  • ihre körperlichen Grenzen zu erkennen und zu respektieren
  • ihre natürlichen Bedürfnisse zu verstehen
  • und klare Regeln im Umgang mit ihnen einzuhalten.
  • vor allem Selbstreflexion

Tiere sind keine Freizeitgeräte und keine Futterempfänger für menschliche Gefühle.

Sie sind Lebewesen mit einem eigenen Körper, einem eigenen Stoffwechsel und klaren Bedürfnissen.

Wenn Menschen beginnen, diese Verantwortung ernst zu nehmen, profitieren beide Seiten.

Die Tiere bleiben gesünder.
Und Menschen lernen wieder, bewusster mit den Lebewesen umzugehen, die sie in ihre Obhut genommen haben.


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