Eine weißhaarige Person steht in einer kargen Landschaft und hält einen runden Spiegel vor sich. Im Spiegel ist nicht sie selbst zu sehen, sondern eine andere Person, die frontal dem Betrachter gegenübersteht. Hinter der Figur bewegt sich eine Herde von Pferden mit flammenden Mähnen durch staubiges Gelände. Die Szene wirkt ruhig, ernst und konfrontierend zugleich.

Der Spiegel,

der nicht für Konsum da ist

Was hier geschieht, ist kein Angebot zur Bequemlichkeit.
Und es ist auch keine Einladung zum unverbindlichen Mitnehmen.

Es ist ein Spiegel im Zeitfeld.

Menschen treten in diesen Raum – sichtbar oder unsichtbar –
und sehen nicht die Person, die vor ihnen steht.
Sie sehen sich selbst.

Nicht das, was sie darstellen.
Nicht das, was sie erzählen.
Sondern das, was sie mitbringen.

Ihre Themen.
Ihre inneren Spannungen.
Ihre ungelösten Fragen.
Das, was sie längst tragen, aber bisher ausweichen konnten.

Der Spiegel erklärt nichts.
Er ordnet nichts ein.
Er macht nichts angenehm.

Er zeigt.

Die Herde im Hintergrund verstärkt diese Spiegelung.
Nicht als Kraftquelle.
Nicht als Schutz.
Nicht als Begleitung.

Sondern als Realität, die sich bewegt,
ob jemand bereit ist oder nicht.

Sie bleibt nicht stehen.
Sie wartet nicht.
Sie verlangsamt sich nicht,
damit jemand sich wohler fühlt.

Dadurch wird sichtbar,
wie jemand dem Leben begegnet:
– aus Verantwortung
– aus Ausweichen
– aus Anspruch
– oder aus Konsum.

Der Zeitgeist, der sich hier spiegelt, ist nicht freundlich.
Nicht, weil er zerstören will.
Sondern weil er nicht mehr beschönigt.

Er trägt die nächsten Jahrzehnte in sich.
Kein Übergangsjahr.
Kein Neuanfangs-Narrativ.
Kein „Jetzt wird alles leicht“.

Sondern Erdung.
Konsequenz.
Wahrnehmung.

Dieser Spiegel ist ein Dienst am Ganzen.
Nicht an der Bequemlichkeit Einzelner.
Nicht an deren Erwartung, getragen zu werden,
ohne selbst Verantwortung zu übernehmen.

Wer hier hinschaut,
ist eingeladen, sich selbst zu sehen –
nicht, versorgt zu werden.

Und gleichzeitig gilt:

Arbeit, die Wirkung hat, darf gewürdigt werden.
Arbeit, die Tiefe berührt, darf honoriert werden.
Arbeit, die Systeme sichtbar macht und ordnet,
ist kein kostenloses Konsumgut.

Wer persönliche Begleitung sucht,
darf das wertschätzen – auch materiell.

Wer nur nehmen, vergleichen, abschöpfen oder konsumieren will,
darf weitergehen.

Draußen gibt es genug Stimmen.
Genug Worte.
Genug Selbstdarstellung.

Dieser Spiegel ist nicht dafür da.

Er steht,
weil es nötig ist,
dass etwas steht,
wenn vieles ausweicht.

Ob das gefällt oder nicht,
ist dabei nebensächlich.

Der Auftrag ist nicht Zustimmung.
Der Auftrag ist Bestand.

Und wer hineinschaut,
sieht nicht den Spiegel.

Sondern sich selbst.


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